Berlin - Die Bahn will im Fernverkehr in die Offensive gehen und das Zugangebot deutlich ausbauen. Am 18. März werde das Unternehmen in Berlin dem Aufsichtsrat dazu „ein langfristig tragfähiges Konzept“ vorlegen, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. Ziel sei es, an die Fahrgastrekorde der vergangenen Jahre anzuknüpfen und diese zu übertreffen. Die Bahn müsse sich an die Veränderungen anpassen, „die sich derzeit im Mobilitätsmarkt vollziehen“.

Seit 2000 ist die Zahl der gefahrenen Zugkilometer im Fernverkehr von 153 auf 130 Millionen gesunken. Allein die neue Konkurrenz der Fernbusse hat die Bahn im vergangenen Jahr rund 120 Millionen Euro gekostet. Vor allem auf den attraktiven Verbindungen wie Hamburg-Berlin oder Köln-Frankfurt macht der DB der Preisdruck durch den Bus schwer zu schaffen.

„Wir werden mehr Züge fahren. Und das nicht nur im Kern-Netz, sondern auch in der Fläche“, sagte Grube. Bereits Mitte Februar werde man auch eine neue Strategie für das eigene Fernbus-Angebot vorlegen. Bisher setzt die Bahn Busse vor allem auf Verbindungen ein, auf denen die Züge nicht attraktiv genug sind.

Grube mahnte „fairere Wettbewerbsbedingungen“ zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern an. Fernbus-Betreiber zahlten weder Mautgebühren noch „auch nur einen Cent für die Nutzung der öffentlichen Infrastruktur“. Entschädigungen für Ausfälle und Verspätungen bei höherer Gewalt seien weder beim Bus noch im Luftverkehr zu zahlen. Die Bahn werde zusätzlich durch die EEG-Umlage, die Stromsteuer und den Emissionshandel mit 340 Millionen Euro belastet. Es sei auf Dauer nicht hinnehmbar, dass „ausgerechnet das klimafreundlichste, energieeffizienteste und sicherste Verkehrsmittel“ derartige Nachteile erleide.

Die Bilanz für 2014 fällt durchwachsen aus. Die Bahn bewege sich bei Umsatz und operativem Ergebnis auf Vorjahresniveau, sagte Grube. Genaue Zahlen werden im März vorgestellt.