Deutsche Arbeitnehmer können sich neue Autos einer Studie zufolge immer weniger leisten. Ein Arbeitnehmer müsse heute rechnerisch gut 16 Monate lang seinen gesamten Nettolohn zurücklegen, um sich einen Durchschnitts-Neuwagen kaufen zu können, erklärte Professor Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen am Sonntag.

„Dies ist eine hohe Zahl, die zeigt, dass die Preise unserer Autos den Käufern weglaufen“, sagte Dudenhöffer. Ermittelt worden sei der Wert aus den Durchschnittspreisen für Neufahrzeuge im deutschen Automarkt und den durchschnittlichen Nettolöhnen und Nettogehältern in Deutschland.

2013 wird schlechtes Autojahr

Bis zum Jahr 2007 sei die Ansparzeit für Neuwagen in Deutschland von 9,4 Monaten auf 16,2 Monate gestiegen. Damit habe sie mehr als 70 Prozent höher als 1980 gelegen. Auch das nachlassende Interesse junger Menschen am Auto, das die Autokonzerne beklagen, liege an den galoppierenden Preisen: Sie müssten immer länger arbeiten, um sich einen Wagen kaufen zu können.

Die Branche reagiert auf die Absatzkrise, die in den schuldengeplagten Ländern Südeuropas noch viel kräftiger als in Deutschland ausfällt, allerdings bereits mit massiven Rabatten. Die Krise bringt mehrere Autobauer schwer in die Bredouille: Ford verkündete in der vergangenen Woche das Aus für drei Fabriken in Belgien und Großbritannien. Die Finanztochter von Peugeot muss vom französischen Staat gestützt werden.

2013 wird nach Dudenhöffers Prognose das zweitschlechteste Autojahr seit der Wiedervereinigung. Der Automobilexperte erwartet für das nächste Jahr gerade einmal noch gut drei Millionen Neuzulassungen in Deutschland, nach 3,1 Millionen in diesem Jahr.

Das schlechteste Autojahr nach der Wiedervereinigung war in Deutschland bislang 2010, das Jahr nach der Abwrackprämie, als es lediglich 2,92 Millionen Neuzulassungen gab. (Reuters)