Die US-Regierung hofft auf verstärkten Widerstand in Deutschland und Europa gegen die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Der Sprecher der US-Botschaft in Berlin, Joseph Giordono-Scholz, sagte der Berliner Zeitung: „Unsere Ablehnung der Pipeline Nord Stream 2 aus Gründen der Energiesicherheit und wegen des böswilligen Verhaltens der Russen ist allgemein bekannt. Wir begrüßen es immer, uns mit Deutschland über diese oder damit zusammenhängende Angelegenheiten zu beraten. Wir sind erfreut zu sehen, dass die Stimmen in Deutschland und bei anderen europäischen Partnern lauter werden, die nach einer Pause für dieses vom Kreml unterstützte Projekt rufen.“ Zuletzt hatte sich Frankreich gegen die Pipeline ausgesprochen, allerdings mit dem Hinweis, dass die Entscheidung darüber bei der Bundesregierung liege.

Das Handelsblatt hatte zuvor aus anonymen US-Kreisen berichtet, die Biden-Regierung könnte einen Kurswechsel vollziehen, wenn Nord Stream 2 als Teil eines „Gesamtpakets“ zwischen den USA und Deutschland verhandelt würde. Allerdings ist dies schon lange die US-Position. Die Amerikaner beklagen, dass aus Deutschland bisher keine Vorschläge für einen „Deal“ gekommen seien. Ein Element einer Vereinbarung könnte eine Abnahmeverpflichtung von US-Flüssiggas durch Deutschland sein. Aktuell werden gerade in Schleswig-Holstein Terminals für mit der Fracking-Methode gewonnenes Erdgas gebaut. Laut Handelsblatt ist auch ein Abschaltmechanismus im Gespräch, der die Gaslieferungen von Nord Stream 2 unterbrechen würde, wenn Moskau den Gastransfer durch die Ukraine drosseln würde.

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