Online-Versandhandel: Amazon-Versand per Drohne

Künftig könnte man an einem zunehmenden Surren in der Luft merken, wenn Weihnachachten bevor steht. Zumindest wenn es nach Amazon-Chef Jeff Bezos geht. Er will Amazon-Bestellungen per Drohnen ausliefern lassen.

Einen Namen hat Bezos auch schon dafür: Prime Air nennt er den Dienst, der die Auslieferung einer Bestellung innerhalb von 30 Minuten per unbemannten Fluggerät möglich machen soll. Der US-Konzern veröffentlichte ein Video, das Protypen der Amazon-Drohnen-Flotte im Einsatz zeigen soll. Die achtmotorigen Fluggeräte greifen sich im Amazon-Lager am Ende eines Fließbandes das Paket und fliegen dann autonom zum Kunden, wo sie das die Bestellung vorsichtig vor der Haustür absetzen.

Die Drohen können Bezos zufolge Pakete bis zu 2,3 Kilo transportieren –darunter sollen 86 Prozent der von Amazon ausgelieferten Pakete fallen. Möglich wird die Drohnen-Auslieferung allerdings nur in unmittelbarer Nähe zu den Amazon Lagern sein: Pro Lieferung sollen die Drohnen etwa 16 Kilometer zurücklegen können.

Bis es soweit ist, wird es ohnehin noch dauern: Jeff Bezos geht davon aus, dass frühestens in vier bis fünf Jahren seine Drohnen-Flotte in die Luft steigen könnte. Zunächst braucht er nämlich die Genehmigung der amerikanische Luftsicherheitsbehörde FAA. Mit der will Amazon bereits Kontakt aufgenommen haben. Bislang erarbeitet die FAA allerdings noch die Regeln für den kommerziellen Einsatz von Drohnen im amerikanischen Luftraum. Frühestens 2015 wird es soweit sein.

In Australien könnte die Auslieferung per Drohne dagegen bereits im nächsten Jahr beginnen. Dort ist der kommerzielle Einsatz von Drohnen bereits geregelt. In Sidney will Zookal, ein Start-Up, das Fachliteratur an Studenten vermietet, ab 2004 Bücher mit Drohnen bringen. Zookal erklärte, durch die in Zusammenarbeit mit der Universität Sidney entwickelten Drohne könnten die Lieferzeiten der Bücher von zwei bis drei Tagen auf wenige Minuten reduziert werden. Vor allem aber könnten die Kosten von 8,60 australischen Dollar auf rund 80 Cent pro Bestellung reduziert werden.

Ein Regelwerk vorausgesetzt, gehen auch die Behörden in den USA davon aus, dass innerhalb von fünf Jahren rund 10.000 Drohnen durch die Vereinigten Staaten surren werden. Weltweit sollen es Industrieangaben zufolge 2018 bereits 30.000 Geräte sein.

Zumindest über Berlin werden allerdings so schnell keine Amazon-Drohnen kreisen: Drohnen dürfen über dicht besiedelten Gebieten hierzulande bislang nur mit einer Einzelerlaubnis fliegen. Die Genehmigungen sind zudem schwierig zu erlangen. Die Luftsicherheitsbehörden der Bundesländer verboten der Deutschen Bahn erst kürzlich den Einsatz ihrer hauseigenen Drohnen-Flotte. Mit Wärmebildkameras bestückt, sollten die 50.000 Euro teuren Geräte auf Sprayer-Jagd gehen.