Osram-Zentrale in München
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MünchenDer Licht- und Sensorikkonzern Osram befürwortet das Übernahmeangebot des österreichischen Sensorspezialisten AMS. Man habe eine umfangreiche Zusammenschlussvereinbarung getroffen, sagte Osram-Chef Olaf Berlien am Dienstag im Rahmen der Vorlage der Jahreszahlen des Münchner Unternehmens. „Wir haben uns nach intensiven Verhandlungen auf viele entscheidende Rahmenbedingungen für die Zukunft von Osram und unserer Mitarbeiter geeinigt.“ 

Darin ist unter anderem ein Schutz der Osram-Mitarbeiter vor fusionsbedingten Kündigungen bis Ende 2022 enthalten. Finanziell waren für den Konzern, der unter der schwachen Nachfrage der wichtigsten Kundengruppe in der Autoindustrie leidet, sowohl das Gesamtjahr als auch das vierte Quartal schwierig. Die Umsätze von Oktober 2018 bis September 2019 sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im zweistelligen Prozentbereich. Parallel schrieb das Unternehmen tiefrote Zahlen. Im Geschäftsjahr summiert sich der Verlust auf 467 Millionen Euro. 

Verlust ausgeweitet

Im 4. Quartal zog das Minus noch einmal deutlich auf 233 Millionen Euro an, nachdem Osram eine Wertberichtigung auf sein Gemeinschaftsunternehmen Osram Continental (OC) in Höhe von 171 Millionen Euro vorgenommen hatte. Das aktuelle Übernahmeangebot von AMS für Osram läuft noch bis zum 5. Dezember. Die Österreicher bieten 41 Euro je Osram-Aktie. Im Vergleich zu ihrem ersten, gescheiterten Angebot haben sie den Preis damit nicht erhöht, allerdings wurde die Annahmeschwelle auf 55 Prozent gesenkt. Das zweite Angebot beschäftigt zudem inzwischen die Justiz. Der Gesamtbetriebsrat geht vor dem Oberlandesgericht Frankfurt gegen die deutsche Finanzaufsicht Bafin vor. Er will sie zwingen, das Angebot zu untersagen.

IG Metall: Osram will in Deutschland weitere 800 Stellen abbauen

Osram will in Deutschland offenbar weitere Stellen abbauen. Das Unternehmen wolle 800 von derzeit 5600 Arbeitsplätzen in der Bundesrepublik streichen, heißt es in einer von der IG Metall am Dienstag verbreiteten Stellungnahme. Darin erneuert die Gewerkschaft auch ihre Kritik am Plan des österreichischen Sensorspezialisten AMS, Osram zu übernehmen. Osram selbst hat dagegen empfohlen, die Offerte anzunehmen. 

„Mit dem sogenannten „Effizienzprogramm“ gefährdet der Osram Vorstand die Zukunft von Osram“, kritisierte der Unternehmensbeauftragte der IG Metall, Klaus Abel, die Pläne zum Stellenabbau. „Die Beschäftigten von Osram werden hierdurch neben dem Geschacher am Kapitalmarkt durch den zweiten Übernahmeversuch von AMS zusätzlich verunsichert.“ 

Osram-Chef Olaf Berlien kommentierte die von der IG Metall genannte Zahl von 800 Stellen nicht. Er bestätigte aber, dass das Unternehmen weitere Anpassungen vorhabe. Wegen einer von Osram und AMS getroffenen Vereinbarung soll für die Beschäftigten zwar bis Ende 2022 ein Schutz vor fusionsbedingten Kündigungen gelten, das Effizienzprogramm ist laut Osram-Vorstand aber unabhängig von der geplanten Übernahme. Die IG Metall kritisiert zudem, dass auch der Schutz vor fusionsbedingten Kündigungen aus der Vereinbarung „nicht wirklich rechtssicher“ sei. Wie aus Kreisen zu erfahren war, hatten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat nicht für die Zusammenschlussvereinbarung gestimmt.