Ein Arbeiter schweißt Maschinenteile zusammen.
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LeipzigWeltweite Handelskonflikte und der Strukturwandel in der Autoindustrie haben bei den ostdeutschen Maschinenbauern nach fünf Jahren stabilen Wachstums erstmals für Umsatzrückgänge gesorgt. „Nach ersten Schätzungen lag der Umsatz 2019 leicht unter dem des Vorjahres“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinenbauer (VDMA) Ost, Oliver Köhn, in Leipzig. Im Jahr 2018 betrug der Umsatz 18,5 Milliarden Euro. Die endgültigen Zahlen für 2019 lägen noch nicht vor, sagte Köhn. In den 476 Firmen des ostdeutschen Maschinenbaus mit mindestens 50 Beschäftigten arbeiten rund 85.900 Menschen.

Negative Auswirkung durch Handelskonflikt zwischen USA, China und Russland

„Es war ein turbulentes Jahr, von einer Krise kann jedoch keine Rede sein“, betonte Köhn. Das Niveau im ostdeutschen Maschinenbau sei nach wie vor hoch. „Aber die Unsicherheit ist groß, viele Kunden halten sich deshalb mit Investitionen zurück“, so der Geschäftsführer. Dies würden besonders die Zulieferer für die Automobilindustrie merken.

Die Branche rechne auch im Jahr 2020 mit Unwägbarkeiten, sagte Köhn. Deshalb sei die weitere Entwicklung schwer zu prognostizieren. Köhn nannte den Handelskonflikt zwischen den USA und China und die Russlandsanktionen, die sich gerade auf die ostdeutsche Wirtschaft negativ auswirkten. Diese hätte traditionell gute Beziehungen zu Russland. Viele Unternehmen versuchten jedoch, den Kontakt mit russischen Unternehmen nicht abreißen zu lassen.

Fachkräfte-Nachwuchs fehlt

„Große Sorge bereitet nach wie vor die Gewinnung von Nachwuchs“, sagte Köhn. Fast zwei Drittel der ausbildenden Firmen hatten 2019 Schwierigkeiten, geeignete Jugendliche zu findein. Vier von zehn Betrieben hätten zum Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres sogar ihre gewerblichen Ausbildungsplätze nicht wie geplant besetzen können. Die Suche nach ausbildungsfähigen und motivierten Jugendlichen werde immer schwieriger. Zum einen fehle es an Bewerbern, zum anderen gebe es große Wissenslücken in Fächern wie Mathematik und Physik.

Um der Fachkräftelücke entgegenzuwirken versuchten die Unternehmen, auch ältere Arbeitnehmer länger im Betrieb zu halten. Ihre Erfahrung sei enorm wichtig. Die Unternehmen kämen ihnen zum Beispiel bei der Gestaltung von Teilzeitarbeit und der Arbeitsbedingungen entgegen. Dazu zählten ergonomische Werkbänke und Angebote zum Gesundheitsmanagement.

Doch gefragt ist auch die Politik: So wäre es hilfreich, Schülern mehr technische, berufspraktische Inhalte zu vermitteln sowie die Lebensbedingungen und die Verkehrsanbindung im ländlichen Raum attraktiver zu gestalten.