Erfurt - Für die Gewerkschaften hätte es kaum schlechter laufen können. Als sie nach dem Zusammenbruch der DDR vor 26 Jahren im Osten Deutschlands Fuß fassen wollten, brach ein Großbetrieb nach dem anderen weg. Vor den Arbeitsämtern bildeten sich lange Schlangen. Den Niedergang der Industrie wussten selbst Gewerkschafter nicht zu verhindern. „Wenn viele Menschen arbeitslos sind, verzeichnen Gewerkschaften keine großen Erfolge“, sagt der Arbeitssoziologe Stefan Schmalz von Universität Jena. Mittlerweile sieht er die Arbeitnehmervertreter im Osten aber in einem leichten Aufwind.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) teilt diese Einschätzung. Seit 25 Jahren nimmt er sich der Belange von Arbeitnehmern im Osten Deutschlands an. Ende 1990, kurz nach der Wiedervereinigung, wurden die ersten Büros eröffnet. Mit einem Festakt in Erfurt soll daran an diesem Mittwoch erinnert werden. „Der DGB hat nach der Wende einiges abfedern können“, hebt die DGB-Chefin von Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing, die Erfolge hervor. Sie sieht die Gewerkschaften als „positiven Puffer in der Wildwest-Politik“ der Nachwendejahre.

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