Hamburg - Wer bei der Online-Partnervermittlung Parship einen Vertrag abschließt und innerhalb von zwei Wochen wieder kündigt, soll in vielen Fällen trotzdem viel Geld zahlen.

Das hält Verbraucherzentrale Hamburg für unzulässig und rät Betroffenen deshalb zur Klage. Offenbar waren viele damit schon erfolgreich: „Den meisten Verbrauchern wurde in den vergangenen Monaten Recht zugesprochen und zu viel gezahltes Geld erstattet“, erklärt die Verbraucherzentrale. Die Anwalts- und Gerichtskosten musste Parship in diesen Fällen komplett tragen.

Parship verlangt teils hunderte Euro von den Kunden

Parship verlangt von seinen Kunden bei einer Kündigung innerhalb der Widerrufsfrist von zwei Wochen einen Wertersatz für Kontakte, die bis dahin aufgenommen wurden, sowie für einen Persönlichkeitstest.

Die Spanne der Forderungen reiche von kleineren Beträgen bis hin zu höheren Summen von mehreren hundert Euro und könne bis zu drei Viertel der Kosten für die gesamte abgeschlossene Vertragsdauer betragen.

Die Verbraucherzentrale sagt: Das ist zu viel. Sie hält nur einen weitaus geringeren Wertersatz für zulässig, etwa anteilig zur vereinbarten Dauer des Vertrags.

Parship rechtfertigt sich

Parship erklärt die Regelungen mit dieser Begründung: Man wolle vermeiden, dass sich Kunden innerhalb der Widerrufsfrist um eine Vielzahl von Kontakten bemühen und Serienmails versenden, um dann kostengünstig aus dem Vertrag wieder auszusteigen.

Es handele sich um eine vorbeugende Maßnahme gegen Missbrauch. Die Verbraucherzentrale steht dagegen auf dem Standpunkt, dass Parship die Kunden von der Ausübung ihres Widerrufrechts abhalte. (chs/dpa)