In die Antibiotika-Forschung soll investiert werden.
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Berlin - Mehr als 20 führende Arzneimittelhersteller wollen sich für die Entwicklung neuer Antibiotika zusammenschließen. Dafür setzen die Unternehmen einen Fonds über eine Milliarde Dollar zur Finanzierung der Forschung auf, wie der weltweite Pharmaverband IFPMA mitteilt. Bis 2030 soll so die Entwicklung von zwei bis vier neuartigen Antibiotika ermöglicht werden. „Wenn Staaten, Wirtschaft und Wissenschaft die Kräfte bündeln, dann machen wir einen Unterschied“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag bei dem Treffen des Verbands.

„Diese Resistenzen sind auf lange Sicht eine der größten Herausforderungen für die Menschen weltweit. Schon heute sterben allein in Deutschland nach Schätzungen jährlich 10.000 bis 20.000 Menschen an resistenten Keimen“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Nachrichtenagentur Reuters. Der Generaldirektor des Pharmaverbands IFPMA, Thomas Cueni, sprach davon, dass Antibiotikaresistenzen (AMR) jedes Jahr weltweit sogar 700.000 Menschen das Leben kosteten. Bis 2050 könnte diese Zahl im schlimmsten Fall auf jährlich zehn Millionen Menschen steigen. Diese Gefahr könnte die gegenwärtige Corona-Krise völlig in den Schatten stellen. „AMR ist ein langsamer Tsunami, der ein Jahrhundert des medizinischen Fortschritts zunichtezumachen droht“, sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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