Ein Pipeline-Stück der Erdgaspipeline Eugal wird mit Hilfe von Seitenbaumkränen ins Erdreich verlegt.
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Im Streit um den Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 hat Polen eine Geldbuße in Höhe von rund 40 Millionen Euro (44 Millionen US-Dollar) gegen das französische Unternehmen Engie verhängt, berichtet Reuters. Engie ist eines von fünf europäischen Unternehmen, das an der Finanzierung der Gaspipeline beteiligt ist.

Die polnische Kartellbehörde UOKiK erklärte in Warschau, Engie habe sich geweigert, Dokumente und Informationen zu den Vereinbarungen mit dem russischen Gasversorger Gazprom zur Verfügung zu stellen. "Das Unternehmen hat sich hartnäckig und ungerechtfertigt geweigert, uns die von uns verlangten Unterlagen und Materialien zur Verfügung zu stellen. Dies hat unsere Untersuchungen bezüglich der Finanzierung von Nord Stream 2 erheblich verzögert", teilte die Behörde mit.

Das Konsortium zum Bau von Nord Stream 2 wird von Gazprom geführt, wobei die Hälfte der Mittel von Uniper in Deutschland und Wintershall (BASF), dem britisch-niederländischen Unternehmen Shell, der österreichischen OMV und Engie bereitgestellt wird.

"Wir stellen die Rechtsgrundlage der Entscheidung in Frage und werden Berufung einlegen", sagte ein Sprecher von Engie nach Angaben von Reuters in Paris.

Polen sieht in der Pipeline, die Russlands Gasexportkapazität über die Ostsee verdoppeln würde, eine Bedrohung für die Energiesicherheit in Europa und argumentiert, dass sie die bereits vorherrschende Stellung von Gazprom auf dem Markt stärken wird.

Nord Stream 2 erklärte, der Schritt des polnischen Kartellamts werde keine Auswirkungen die Umsetzung des Pipelineprojekts haben. Das sagte der Sprecher des Konsortiums, Jens Müller, der Agentur Tass.

Am Mittwoch stimmte der Deutsche Bundestag der Gaspipeline nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern zu. Die Abgeordneten stimmten für die Umsetzung der EU-Gasrichtlinie in deutsches Recht, mit der Rechtssicherheit für Nord Stream 2 geschaffen werden soll.