Die DHL erhöhte die Zahl seiner Packstationen-Automaten seit Jahresbeginn von 3700 auf 4200.
Foto: dpa/ Lino Mirgeler

BerlinBestellungen übers Internet sind bequem. Und meist auch günstiger als ein Einkauf im Einzelhandel. Allerdings: Oft ist man zum Zeitpunkt der Zustellung nicht zu Hause. Nimmt dann kein Nachbar das Paket an, rennt man seiner Ware schnell mal durch die halbe Stadt hinterher. Doch damit soll bald Schluss sein. Der Marktführer Deutsche Post DHL erhöhte die Zahl seiner Packstationen-Automaten seit Jahresbeginn von 3700 auf 4200, im ersten Quartal 2020 sollen es 5000 sein und 2021 schon 7000.

„Wir wollen es den Menschen noch einfacher machen, an ihre Pakete zu kommen“, so ein Post-Sprecher. Dafür seien solche Stationen wichtig.

Pakete abholen rund um die Uhr

Allgemein kommt die Paketbranche in Deutschland mit dem Ausbau von Übergabestellen für ihre Privatkunden voran. Das sind zum Beispiel Kioske, die auch als Paketshops fungieren, und Automaten, bei denen rund um die Uhr Pakete zu haben sind. Vor allem der Marktführer Deutsche Post DHL geht in dieser Hinsicht beispielhaft voran.

Die Konkurrenten haben nur weniger Alternativen, sie setzen vor allem auf Paketshops zur Abholung von Sendungen. Deren Netz baute DPD zum Beispiel in einem Jahr um knapp 1000 auf 7000 aus.

Auch Hermes meldete einen Anstieg solcher Shops. „Gerade wenn Paketempfänger nicht zu Hause sind und mehrere vergebliche Zustellversuche erfolgen, sind alternative Zustelloptionen die ökonomisch wie ökologisch nachhaltigere Variante“, sagt ein Hermes-Sprecher.

Wenn Paketempfänger nicht zu Hause sind, sind alternative Zustelloptionen die ökonomisch nachhaltigere Variante.

Hermes-Sprecher

Die sogenannte letzte Meile ist ein Problem der ganzen Branche: Paketzusteller klingeln tagsüber häufig vergeblich bei Adressaten, die bei der Arbeit sind. Dann müssen die Zusteller bei Nachbarn anklopfen oder die Sendung in einen Paketshop bringen – das dauert und kostet die Branche viel Geld. Seit langem feilen die Firmen daher an Alternativen zur Haustürzustellung, die teilweise aber eher verhalten von den Kunden angenommen werden.

Wegen des boomenden Online-Handels steigen die Paketmengen in Deutschland rasant. Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft rechnet die Branche mit 355 Millionen Paketen und damit sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor.