"Ein Ökonom ist ein Experte, der morgen wissen wird, warum das, was er gestern vorhergesagt hat, heute nicht passiert ist“, scherzte einmal der amerikanische Komiker Evan Esar.

Fehlprognosen von Volkswirten sind für manchen Lacher gut. Aber nicht alle Ökonomen liegen mit ihren Prognosen stets daneben. Und einige wenige liegen meistens ziemlich gut.

Zum Beispiel Carsten Klude von der Bank M.M. Warburg und Holger Schmieding von der Berenberg Bank. Ein Beispiel: Vor einem Jahr sagten Klude und Schmieding in der Frankfurter Rundschau ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft voraus. Um rund drei Prozent werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zulegen, und genau so kam es.

Auf Grund der Unsicherheit entwerfen die Prognostiker Szenarien, denen sie eine Wahrscheinlichkeit zuordnen. Dem Szenario einer lediglich milden Rezession in Deutschland ordnet Schmieding eine Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent zu.

Das Negativ-Szenario – inklusive eines Auseinanderbrechens der Euro-Zone und „der teuersten Krise seit der großen Depression der dreißiger Jahre“ –habe eine Eintrittswahrscheinlichkeit von zehn Prozent

Doch diese Wahrscheinlichkeiten haben einen Haken: „Sie können nicht wissenschaftlich hergeleitet werden und beruhen damit allein auf dem Bauchgefühl des Prognostikers“, so Klude. Bisher hat sich sein Bauchgefühl allerdings oft bewährt.