Quartalszahlen der internet-Riesen: Was Apple richtig und Microsoft falsch macht

Berlin - Apple legt fulminanter Verkaufszahlen vor: Alle sechs Sekunden wird inzwischen irgendwo auf der Welt ein iPhone verkauft.

Zugleich meldet der Konkurrent Microsoft den größten Verlust in der Unternehmensgeschichte.

Wir erläutern, was Microsoft falsch und was Apple richtig gemacht hat und warum die Börsianer dennoch nicht zufrieden sind mit dem weltgrößten Computerkonzern.

Was macht den Erfolg von Apple aus?

Das iPhone wird für den Konzern immer wichtiger. Es steht inzwischen für drei Viertel des Gesamtumsatzes. 47,5 Millionen Exemplare wurden weltweit in den drei Monaten zwischen April und Juni verkauft – das bedeutet alle sechs Sekunden geht irgendwo auf der Welt eins der Smartphones über den Ladentisch. Der Absatz kletterte noch einmal um ein Drittel im Vergleich zur Vorjahreszeit. Zugleich schoss der Umsatz mit den Geräten um fast 60 Prozent in die Höhe. Apple ist damit im Smartphone-Geschäft, dem mutmaßlich härtesten Markt überhaupt, das mit Abstand erfolgreichste Unternehmen.

Wie sind solche Steigerungen möglich?

Apple erzielt vor allem in China enorme Steigerungsraten. Der iPhone-Absatz lag dort im Quartal um 87 Prozent über dem Vorjahr. Konzernchef Tim Cook geht nun davon aus, dass die Volksrepublik demnächst die USA als größten Markt für Apple ablösen wird. Die Zahl der Apple-Stores in dem Land soll bis Mitte nächsten Jahres verdoppelt werden.

Wie sieht es in anderen Regionen aus?

In Europa legten die Gesamtumsätze um 19 Prozent, auf dem amerikanischen Kontinent um 15 Prozent zu. Für den Sommer ist mit einem Abflauen des iPhone-Absatzes zu rechnen, dafür dürfte es in den letzten drei Monaten des Jahres einen neuen Schub geben. Denn im September soll die nächste, die siebte Version des iPhones auf den Markt kommen.

Die Abmessungen sollen denen des aktuellen iPhone 6 und iPhone 6 Plus entsprechen, aber Experten erwarten neue technische Details. Cook macht außerdem darauf aufmerksam, dass erstens drei Viertel aller iPhone-Nutzer noch mit veralteten Geräten unterwegs sind – viele von ihnen werden früher oder später auf die modernen Versionen wechseln. Zweitens wechselten zuletzt so viele Nutzer des Konkurrenz-Betriebssystems Android wie noch nie zum iPhone.

Ist Apple für Microsoft ein Vorbild?

Eigentlich wollte Microsoft Apple nacheifern. Aus diesem Grund kaufte der ehemals größte Hightech-Konzern der Welt vor einem Jahr den ehemals größten Handyhersteller Nokia für 9,5 Milliarden Dollar, inklusive 1,5 Milliarden in Bargeld. Doch die Übernahme endete in einem Desaster. Microsoft hat es nicht geschafft, Nokia zu retten.

Der Wert des übernommen Unternehmens liegt inzwischen nahe null. Deshalb musste Microsoft in der Bilanz des April-Juni-Quartals eine Abschreibung von 7,5 Milliarden Dollar verbuchen. Das brachte der Firma aus Redmond den höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte ein. Unterm Strich war es ein Fehlbetrag von 3,2 Milliarden Dollar.

Konzernchef Satya Nadella will nun weitere 7800 Jobs in der Mobilfunksparte streichen und das gesamte Geschäfte auf einige Nischen eindampfen. Das bedeutet: Microsoft gibt den Versuch auf, in der dynamischsten Sparte der Computer- und Kommunikationsbranche noch eine maßgebliche Rolle zu spielen.

Lesen Sie im folgenden Abschnitt, wie es nun mit Microsoft weitergehen soll, warum das iPad Apples Problemprodukt ist und was eigentlich die Apple Watch macht.