Berlin - Vier Tage arbeiten, aber Vollzeit-Gehalt bekommen – Pilotprojekte zu einer vollbezahlten Vier-Tage-Woche gibt es schon. Gerade hat Island positive Erfolge vermeldet. Die Regierung hatte 2500 Menschen fünf Jahre lang ohne Lohnabzug in Teilzeit geschickt. Das Ergebnis des Experiments: Die Mitarbeiter fühlen sich glücklicher und sind weniger gestresst. Es gibt auch sonst viele Gründe in Teilzeit zu gehen. Manch einer entscheidet sich freiwillig dazu, für manch anderen ist es schlicht nicht möglich Vollzeit zu arbeiten – beispielsweise wegen der Kinderbetreuung. Wer in Deutschland seine Arbeitszeit reduziert, muss allerdings mit Einbußen rechnen. Beim Gehalt – und auch später bei der Rente. Denn wer weniger verdient, sammelt in der Regel auch weniger Rentenpunkte. Wie hoch die individuellen Einbußen sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Aber zuallererst: Wer hat in Deutschland überhaupt das Recht, Teilzeit zu arbeiten? Egal ob befristet oder unbefristet angestellt – es gibt mehrere Möglichkeiten, die Arbeitszeit zu reduzieren. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz sieht vor, dass ein Arbeitnehmer, der in einem Betrieb mit mindestens 15 Mitarbeitern arbeitet und dessen Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht, um eine Verringerung der Arbeitszeit beim Arbeitgeber bitten kann. Das muss er lediglich drei Monate vor dem gewünschten Start in Teilzeit anmelden und angeben, auf wie viele Stunden er reduzieren möchte. Der Arbeitgeber kann den Wunsch nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen. „Das kann etwa der Fall sein, wenn es um eine Tätigkeit geht, die nur in Vollzeit ausgeübt werden kann“, sagt Rechtsanwalt Peter Meyer und Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). „Denkbar wäre das zum Beispiel bei einem Erzieherjob in der Kita. Wenn die Vollzeitstelle gebraucht wird, um die Öffnungszeiten zu gewährleisten und für die reduzierte Stundenzahl kein Ersatz gefunden werden kann.“

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