Die Wirecard-Zentrale in Aschheim bei München.
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München - Im Wirecard-Skandal haben Dutzende Ermittler in einer groß angelegten Durchsuchung fünf Gebäude in Deutschland und Österreich durchsucht. Darunter waren die Firmenzentrale im Münchner Vorort Aschheim und zwei Objekte in Österreich, wie die Münchner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Dabei ging es in erster Linie um die Vorwürfe, die unter anderem gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Markus Braun erhoben werden – falsche Angaben in den Wirecard-Büchern und Marktmanipulation. „Zwölf Staatsanwälte vor Ort wurden dabei von 33 Polizeibeamten und weiteren IT-Fachleuten des Polizeipräsidiums München und ihren österreichischen Kollegen unterstützt“, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Ex-Vorstandschef Markus Braun ist Österreicher, ebenso das abgetauchte ehemalige Vorstandsmitglied Jan Marsalek.

Auch auf Kundenseite gibt es schlechte Nachrichten: Die Allianz stellt ihre Bezahl-App „Pay&Protect“ ein. Die momentane Situation bei Wirecard habe den Versicherungskonzern veranlasst, „das Produkt einzustellen und auf Basis der bislang gesammelten Erfahrungen zu überprüfen, inwieweit und in welcher Form ein ähnliches Angebot für das Produktportfolio weiterhin von Bedeutung ist“, teilte die Allianz Deutschland am Mittwoch auf Anfrage mit. Die Allianz ist das erste Schwergewicht der deutschen Finanzwirtschaft, das die Einstellung einer Kooperation mit Wirecard öffentlich macht.

Wirecard steht derzeit unter Regie des vorläufigen Insolvenzverwalters Michael Jaffé. Dieser plant offenbar die Aufspaltung des Konzerns. Laut Financial Times soll es bereits erste Interessenten für Teile des Unternehmens geben. (BLZ/mit dpa-AFX)

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