Alles unter einem Dach und oft auf der grünen Wiese: ein Real-Markt.
Oliver Berg/dpa

BerlinReal-Märkte gibt es zwischen Treptow und Spandau gleich sechs in Berlin. „Alle Produkte des täglichen Bedarfs unter einem Dach“ – deutschlandweit sind es 276 Filialen mit rund 34.000 Mitarbeitern. Ab diesem Donnerstag gehören sie dem russischen Finanzinvestor SCP. Der Metro-Konzern verkauft die Kette nach etwa zweijährigen Verhandlungen jetzt im Wissen um deren bevorstehende Zerschlagung.

Denn SCP betonte zwar erst kürzlich, alle rund 34.000 Mitarbeiter würden mit ihren bestehenden Verträgen übernommen. Aber dass 141 Real-Märkte an Kaufland und Edeka weiterverkauft werden, steht bereits fest. Obwohl die Mitarbeiter Teil des Deals sein sollen, sieht die Gewerkschaft Verdi in der Übernahme eine „Existenzgefährdung für Tausende Menschen“, wie Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sagte. Sie würden „zum Spielball der Finanz- und Immobilieninvestoren SCP“.

Auch der Online-Marktplatz real.de soll eine neue Heimat unter dem Dach der Schwarz-Gruppe – dem Mutterkonzern von Lidl und Kaufland – finden und unter dem Namen Kaufland weitergeführt werden. Das Schicksal der restlichen Real-Filialen ist noch offen. Als Kaufinteressenten gelten Rewe und Globus. Auch eine Aufteilung einzelner Märkte in kleinere Flächen schloss SCP nicht aus. Rund 30 Märkte müssten voraussichtlich geschlossen werden, hieß es bereits bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages im Frühjahr.

Real war zuletzt das Sorgenkind des Düsseldorfer Handelsriesen Metro. Die meist auf der grünen Wiese gelegenen Hypermärkte litten seit Jahren unter den veränderten Einkaufsgewohnheiten. Immer öfter ließen die Kunden die Real-Filialen links liegen und kauften lieber in ihren Wohnvierteln.