Berlin - Hartz-IV-Familien mit Kindern zwischen sechs und 13 Jahren erhalten  vom kommenden Jahr spürbar höhere Leistungen. Der von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vorgelegte Entwurf für das Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz sieht vor, dass der Regelsatz für Kinder dieser Altersgruppe zum 1. Januar 2017 von 270 auf 291 Euro monatlich steigt. Für ältere Kinder und Erwachsene fallen die Erhöhungen deutlich geringer aus.  Keine Erhöhung soll es für Kinder unter sechs Jahren geben.

Neue Daten zur Ermittlung der Regelsätze

Die Berechnung der neuen Regelsätze beruht in diesem Jahr nicht allein auf den normalerweise maßgeblichen Daten, die die Nettolohnentwicklung und die Teuerungsrate abbilden. Zusätzlich werden diesmal Angaben aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) herangezogen, um die künftigen Leistungen zu ermitteln. Die Daten der alle fünf Jahre erhobenen EVS geben nämlich detailliert Auskunft darüber, wofür Menschen mit unterschiedlichen Einkommen ihr Geld ausgeben. 

Dieses Berechnungsverfahren, das alle fünf Jahre auf Grundlage einer neuen EVS abgewandt wird,  ist gesetzlich festgelegt und vom Bundesverfassungsgericht als angemessen bestätigt worden. Daher obliegen die Regelsätze nicht politischen Tagesentscheidungen, ihre Höhe ergibt sich vielmehr aus einer  festgelegten Berechnungsmethodik.

Fünf Euro mehr für Singles

Daraus ergeben sich vom 1. Januar an folgende Regelsätze: Erwachsene Singles erhalten in der Regelbedarfsstufe 1 künftig 409 statt bisher 404 Euro monatlich. Partner und Ehegatten, die in der gleichen Wohnung leben, sind der Bedarfsstufe 2 zugeordnet. Ihr Regelsatz steigt von 364 auf 368 Euro.

In der Bedarfsstufe 3, die Erwachsene ohne eigenen Haushalt und ohne in einer partnerschaftlichen Gemeinschaft zu leben erhalten, kommt es zu einer Erhöhung um drei Euro auf 327 Euro monatlich. In diese Gruppe fallen etwa volljährige Kinder bis zum 25. Lebensjahr, die im Haushalt der Eltern leben.

Jugendliche  vom 15. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten 311 anstelle der bisherigen 306 Euro. Für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr bleibt es bei 237 Euro pro Monat.

Mit 21 Euro auffallend ist das Plus für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren. Es kommt zustande, weil die Kinder in diesem Alterskorridor bei der jüngsten EVS im Durchschnitt etwas älter waren als bei der davor liegenden Stichprobe.  Da sich mit zunehmendem Alter die Ausgaben pro Kind erhöhen, steigt damit auch der ermittelte Bedarf.