Regierung will spätere Ausbaupläne für BER offenhalten

Der Flughafen BER soll sich nach Ansicht der Brandenburger Landesregierung eine spätere Wiederaufnahme von Ausbauplänen offenhalten. Wirtschaftsminister Jörg...

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach unterhält sich mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD).
Wirtschaftsminister Jörg Steinbach unterhält sich mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (beide SPD).Bernd Settnik/dpa

Potsdam/Schönefeld-Der Flughafen BER soll sich nach Ansicht der Brandenburger Landesregierung eine spätere Wiederaufnahme von Ausbauplänen offenhalten. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) verwies am Mittwoch darauf, dass die Fluggesellschaft Eurowings zum Sommerflugplan 2023 das Angebot an Direktzielen ab dem BER deutlich erweitern will. „Von daher ist es wenig zielführend, jetzt dem FBB (Flughafen Berlin Brandenburg) langfristig irgendwelche Ausbauplanungen zu untersagen“, sagte Steinbach im Brandenburger Landtag in Potsdam mit Blick auf eine Forderung der Freien Wähler, Ausbaupläne vorerst zu stoppen. „Wenn es die Passagierentwicklungen am BER erforderlich machen, dann ist das rechtzeitig zu tun.“

Der Flughafen leidet unter der Corona-Krise. Das Ziel der Flughafengesellschaft FBB ist es, bis Mitte des Jahrzehnts wieder das Vor-Corona-Niveau zu erreichen und dann wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Derzeit ist der Airport auf Hilfen seiner staatlichen Eigentümer angewiesen: Berlin, Brandenburg und der Bund. Die drei Gesellschafter wollen der FBB nach Angaben aus Brandenburg in diesem und dem nächsten Jahr Beihilfen von bis zu 1,7 Milliarden Euro zuführen.

Der Masterplan 2040 zum Ausbau des Flughafens wurde nach Angaben des Brandenburger Wirtschaftsministers mit Beginn der Corona-Pandemie vorerst gestoppt, weil er auf davor liegenden Prognosen fußte. „Es ist völlig klar, dass die Ausbaupläne aufgrund der Entwicklung neu betracht werden müssen“, sagte Steinbach.

Der stellvertretende Fraktionschef der Freien Wähler, Matthias Stefke, warnte: „Die Flughafengesellschaft ist eine tickende Zeitbombe.“ Seine Fraktion fordert, dass der Flughafen bis 2030 die Pläne für einen Ausbau auf Eis legt, damit er schneller schwarze Zahlen schreibt. Das hatte ein Gutachten des Flughafenexperten Dieter Faulenbach da Costa empfohlen. Er ist der Ansicht, dass der BER nur mit Premiumgesellschaften wieder Gewinn machen kann.

Im Oktober waren so viele Fluggäste über den Hauptstadtflughafen BER gereist wie in keinem anderen Monat in diesem Jahr. 2,1 Millionen Menschen kamen im vergangenen Monat in Schönefeld an oder flogen von dort ab. Vor Corona im Oktober 2019 reisten allerdings noch 3,2 Millionen Fluggäste über die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld.