Bald kann man wieder stöbern. Allerdings haben sich die gedruckten AGB in den Katalogen, zu Gunsten der Reisenden, inzwischen verändert.
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BerlinDie Corona-Krise hat auch Einfluss auf die Zahlungsbedingungen der Reise-Branche. Es gibt neue Regelungen von einigen Reiseunternehmen, die früher so nicht denkbar gewesen wären. Der Virus macht's möglich.

Zunächst noch einmal Grundsätzliches: So lange das Auswärtige Amt eine weltweite Reisewarnung ausspricht (zurzeit nur noch bis zum 15. Juni) kann man Pauschalreisen ohne Schwierigkeiten stornieren. Man hat Anspruch auf Rückzahlung des gesamten Reisepreises und man muss sich nicht mit einem Gutschein oder einer Umbuchung zufriedengeben. Sobald es nach dem 15. Juni, wie am Montag angekündigt, für einige Länder nur noch „Reisehinweise“ des Auswärtigen Amtes gibt, gelten wieder die Stornobedingungen der Reiseveranstalter. 

Anders verhält es sich, wenn man auf eigene Faust gebucht hat, also zum Beispiel Flug, Hotel und Mietwagen jeweils einzeln und vielleicht sogar noch bei verschiedenen Anbietern. Dann gelten die Geschäftsbedingungen des Anbieters, die sich womöglich auch nicht immer nach dem deutschen Recht orientieren, sondern nach dem Recht des jeweiligen Heimatlandes. Darum kann man keine allgemeingültige Richtlinie nennen.

In der Corona-Krise werden sich jetzt viele Regelungen, Storno-Termine oder Umbuchungsbedingungen ändern oder überschneiden. Auf diese Punkte müssen Sie aber immer achten:

Anzahlung. Eine Anzahlung auf eine Reise-Buchung darf nicht höher sein als 20 Prozent des Reisepreises.

Restzahlung. Auch wenn noch nicht absehbar ist, ob eine gebuchte Reise überhaupt stattfinden wird (z.B. wegen Corona-Bestimmungen im Zielland), muss eine Restzahlung geleistet werden. Pauschalreisende erhalten später ohnehin die gesamte Summe zurück. Auch wer individuell gebucht hat (z.B. den Mietwagen auf Gran Canaria), muss die Restzahlung leisten. Wie viel man bei einer Stornierung zurückbekommt, steht in den AGB des Autoverleihers.  

Stornierung. Lesen Sie vor Abschluss eines Vertrages (Flug-Ticket, Hotel-Buchung, Mietwagen-Reservierung) die Stornobedingungen durch. Es gibt unterschiedliche Fristen und Termin-Staffelungen (die Stornogebühr erhöht sich, je näher der Reise-Termin kommt).

Stornogebühren. Reiseveranstalter, Fluggesellschaften und Reisevermittler dürfen von ihren Kunden keine Bearbeitungsgebühren für eine Stornierung erheben.

Flugreisen. Sollte der Flug wegen Corona abgesagt werden, ist die Fluggesellschaft verpflichtet, Ihnen den Ticketpreis zu erstatten, eine Ersatzbeförderung oder eine Umbuchung auf einen späteren Zeitpunkt anzubieten. Sie können somit für einen Flugausfall aufgrund von Coronavirus zumindest Ihr Geld zurückbekommen – insbesondere dann, wenn die Airline Ihnen keinen Alternativflug anbieten kann.

So lange die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes besteht, sollte man seinen (individuell gebuchten) Flug stornieren.  Ob hierbei die gesamten Ticketkosten erstattet werden, hängt von der Airline und dem Einzelfall ab. Viele Airlines bieten dieser Tage jedoch Kulanzregelungen für Stornierungen an.

Hat die Fluglinie den Flug storniert, sollten Sie ihre Ticketkosten erstattet bekommen. Eine Entschädigung darüber hinaus gibt es nur, wenn die Airline den Flug aus wirtschaftlichen Gründen gestrichen hat, wenn für die Flugstrecke keine Einschränkungen durch Grenzschließungen vorlagen und wenn es keine offizielle Reisewarnung für das Zielgebiet gibt (nach dem 15. Juni).

Neue Preis-Regelungen bei Veranstaltern. Corona macht erfinderisch. Bei FTI Touristik kann man ab sofort ohne Anzahlung Urlaub in ausgewählten Destinationen buchen, die Zahlung erfolgt erst 14 Tage vor Abreise. Stornierungsgebühren fallen bis 14 Tage vorher nicht an. Auch bei Dertour, ITS, Jahn Reisen und Meiers Weltreisen können Reisen, die bis zum 30. Juni neu gebucht werden, bis 14 Tage vor Abreise kostenlos storniert werden.

Bestehende Buchungen mit Reisetermin bis 31. Juli 2020 können 14 Tage vor Abreise kostenlos storniert oder umgebucht werden. Für alle Reisen, die zwischen dem 14.05. und dem 30.06.2020 neu bei TUI gebucht werden, gibt’s eine kostenlose Umbuchungs- bzw. Stornomöglichkeit.