Ein Korso mit Bussen bei einer Demonstration für staatliche Hilfen für Reisebüros. (Archivbild)
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BerlinZahlreiche Busunternehmer haben am Mittwoch mit einer Protestfahrt durch Berlin für mehr staatliche Unterstützung in der Corona-Krise demonstriert. 300 Reisebusse seien auf drei Routen zum Regierungsviertel gerollt, wo sich die Vertreter der Branche mit mehreren Bundestagsabgeordneten trafen, um über die aktuelle Lage zu diskutieren, teilte ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer am Mittwoch mit. Der Verband hatte gemeinsam mit dem Internationalen Bustouristikverband sowie der Gütegemeinschaft Bustransport auch in anderen Städten zu Protestfahrten aufgerufen.

Die Branche leidet massiv unter dem ausbleibenden Reiseverkehr in der Corona-Krise und fordert vom Staat finanzielle Soforthilfen, die nicht an Kredite geknüpft sind. „Der staatlich verordnete Stillstand der Reisebusse kostet täglich 2,3 Millionen Euro“, heißt es in den gemeinsamen Forderungen der Verbände. Sie hoffen darauf, dass im derzeit diskutierten Konjunkturprogramm der Bundesregierung entsprechende Hilfen vorgesehen sind.

FDP warnt vor Pleitewelle bei Bus-Unternehmen

„Viele traditionsreiche Familienunternehmen der Bustouristik stehen unmittelbar vor dem wirtschaftlichen Kollaps“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Durch Corona fehlen der Branche jegliche Einnahmen und auch der Neustart für Busreisen erfolgt unter erschwerten Bedingungen“, sagte Luksic weiter. „Schuld daran sind fehlende einheitliche Regelungen bei der Wiederaufnahme und den Hygienebestimmungen.“

Der FDP-Politiker forderte von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), umgehend einheitliche Regelungen für Busreisen mit den Ländern auszuhandeln und ein Hilfspaket auf den Weg zu bringen. „Wenn weiter gezögert wird, könnte die Pleitewelle im Busgewerbe weitreichende negative Konsequenzen für die Mobilität nach der Corona-Krise haben.“