Wer nicht bis zum offiziellen Rentenstart mit 65 Jahren (plus X) warten will, kann bereits mit 63 Jahren in Rente gehen. Dabei gibt es aber einiges zu beachten.

45 Versicherungsjahre: Wer 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt hat und heute mindestens 63 Jahre alt ist, hat Anspruch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die ohne Kürzung gezahlt wird.

35 Versicherungsjahre: Menschen mit 35 Beitragsjahren nennt die Rentenversicherung „langjährig Versicherte“. Sie können mit 63 Jahren in die Frührente gehen – allerdings müssen sie dann mit Abschlägen bei der Rente rechnen.

Ein Beispiel: Ein Versicherter wurde am 1.1.1960 geboren und hat eine zu erwartende Bruttoaltersrente von 1500 Euro. Entschließt er sich, mit 63 Jahren, also am 1.1.2023, in Rente zu gehen (statt wie für diesen Jahrgang gültig regulär am 1.5.2026), muss er eine Rentenminderung von zwölf Prozent in Kauf nehmen, so eine Berechnung der Deutschen Rentenversicherung. Bei 1500 Euro wären das 180 Euro. Wichtig ist zu beachten, dass die Kürzung für die gesamte Dauer der Rentenzeit gilt.

Abschlag: Die Abzüge bei der Frührente werden im Laufe der nächsten Jahre ansteigen. Der Grund: Das Rentenalter wird immer weiter angehoben und die zeitliche Differenz zur Frührente mit 63 Jahren wird größer. Liegt das Rentenalter zurzeit bei 65 Jahren und acht Monaten, so können 1964 und später Geborene erst mit 67 Jahren regulär in Rente gehen. Um vier Jahre früher sein Alter genießen zu können, würde die Rente um 14,4 Prozent gekürzt. Im Fall von 1500 Euro Rente wären das 216 Euro.

Ausgleichszahlungen: Versicherte können durch Beitragszahlungen die Rentenminderung ganz oder teilweise ausgleichen. Wie hoch diese Zahlungen ausfallen, berechnet die Rentenversicherung individuell. Billig ist es aber nicht. Die Rentenversicherung gibt ein Rechenbeispiel: Wer bei einer zu erwartenden Rente von rund 1452 Euro beschließt, 14 Monate vor dem regulären Rentenantritt in Frührente zu gehen, müsste eine Ausgleichszahlung von 14 383 Euro vornehmen. So könnte er die rund 61 Euro, die monatlich von der Rente abgezogen würden, selbst einschießen.

Für Versicherte in den neuen Bundesländern lohnen sich die Ausgleichszahlungen besonders, denn hier sind die freiwilligen Beiträge geringer, um die Rentenminderung auszugleichen. 2025 wird dieser Vorteil aufgehoben. Wer sich kurz vor Eintritt in die Frührente überlegt, doch weiterarbeiten zu wollen, kann dies übrigens tun. Die Ausgleichszahlungen werden zwar nicht erstattet, aber sie erhöhen die Rente.