Rententipps für Frauen: Darum ist ein Mann keine Altersvorsorge

Finanziell auf eigenen Füßen zu stehen, das sollte für Frauen heute selbstverständlich sein. Eigentlich. Denn es gibt immer noch Frauen, die auf einen Versorger angewiesen sind, oder sich sogar darauf verlassen, bis ins hohe Alter mitunterstützt zu werden. Doch in der Realität scheitert mehr als dritte Ehe – und nach einer Trennung oder dem plötzlichen Tod des Mannes droht gerade Frauen, die ihren Beruf für die Familie aufgegeben haben, häufig die Altersarmut.

Hinzu kommt: Noch immer verdienen weibliche Berufstätige in vielen Jobs weniger als ihre männlichen Kollegen. Zudem haben sie deutlich häufiger Jobpausen oder arbeiten der Familie wegen in Teilzeit. Die Folge ist ein geringerer gesetzlicher Rentenanspruch, da während des gesamten Berufslebens weniger Beiträge eingezahlt worden sind.

Frauen machen sich zu wenig Gedanken

Gerade junge Frauen schieben jedoch das Thema Altersvorsorge gern auf die lange Bank“, sagt Silke Barth, Vorsorgeexpertin beider Lebensversicherung CosmosDirekt. „Erst später stellen dann viele fest, dass die gesetzliche Rente nicht genügen wird.“

Die durchschnittliche gesetzliche Frauenrente in den westlichen Bundesländern liegt laut Deutscher Rentenversicherung bei 508 Euro pro Monat, die Männerrente im Schnitt bei etwa 1005 Euro (Stand 2012). In den neuen Bundesländern sind es 730 Euro für Frauen und 1073 Euro für Männer. Ganz klar also, dass Frauen aktiv werden müssen, statt sich auf ihre bessere Hälfte zu verlassen.

Deshalb haben Finanzberaterin Helma Sick und die ehemalige Bundesfrauenministerin Renate Schmidt das Thema aufgegriffen. In ihrem Ratgeber „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ (Kösel Verlag) rufen sie die Frauen auf, finanziell unabhängig zu werden. Und sie machen deutlich, was Politik und Wirtschaft verändern müssen, damit Frauen endlich Familie und Beruf besser vereinbaren können. Wir stellen ein paar Ideen und Tipps aus dem Buch vor:

Finanzielles mit dem Partner regeln

„Lieber jetzt unromantisch als später arm “, lautet der Lieblingsspruch von Autorin Helma Sick. Und da ist viel Wahres dran. Es fängt schon bei den Bankkonten an, denn viele Paare richten gemeinsame Konten ein, und im Streitfall kann es sein, dass plötzlich kein Geld mehr aufs Konto fließt oder eine Vollmacht widerrufen wird. „Besser wäre es, wenn jeder der Ehepartner ein eigenes Konto hat und jeder seinen Anteil am gemeinsamen Budget auf ein gemeinsames Konto einzahlt“, empfiehlt Familienrechtsanwältin und Gleichberechtigungsfachfrau Lore Maria Peschel-Gutzeit im Ratgeber.

Auch die Aufgaben sollten rechtzeitig verteilt werden: Wer kümmert sich wie lange um Kinder und Haushalt? Wie soll der finanzielle Ausgleich aussehen, den derjenige bekommt, der zu Hause bleibt? In einem Ehe- oder Partnerschaftsvertrag sollten Paare Unterhaltsfragen klären, um im Fall einer Trennung Auseinandersetzungen vor Gericht zu vermeiden. Bei traditionellen Rollenverteilungen und nicht verheirateten Eltern ist es noch wichtiger, rechtliche Vorkehrungen zu treffen.

Möglichst früh anfangen zu sparen

Grundsätzlich funktioniert Altersvorsorge für Frauen genauso wie für Männer. Zunächst müssen etwaige Schulden abgebaut, dann die Existenz gesichert und schließlich das Vermögen und die Altersvorsorge aufgebaut werden. Wer bereits zu Beginn des Berufslebens regelmäßig Beiträge einzahlt, auch wenn sie zunächst etwas geringer sind, profitiert später von einer Zusatzrente.

Das setzt natürlich eines voraus: „Jede Frau sollte einer bezahlten Tätigkeit nachgehen, Sie sollte nach der Geburt eines Kinder die Berufstätigkeit nur so kurz wie möglich unterbrechen“, so Peschel-Gutzeit.

Weitere Tipps für Frauen gibt es auf der nächsten Seite.