Lufthansa
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Frankfurt a. M.Die Lufthansa kann mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Die Aktionäre des MDax-Konzerns stimmten am Donnerstag einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit zu und haben damit die Voraussetzung für das 9 Milliarden Euro schwere Hilfspaket geschaffen. Konzernchef Carsten Spohr erklärte, die Entscheidung sichere für den Konzern eine „Zukunftsperspektive“.

Das Rettungspaket sieht vor, dass der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im Zuge einer Kapitalerhöhung für rund 300 Millionen Euro Aktien zeichnet, um eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Airline aufzubauen. Er zahlt dafür nur den Nennwert von 2,56 Euro, rund ein Viertel des aktuellen Aktienkurses. Für den Fall einer feindlichen Übernahme könnte der Staat weitere Anteile aktivieren, um eine Sperrminorität zu erreichen. Zudem sind stille Einlagen von 5,7 Milliarden sowie ein KfW-Kredit von 3 Milliarden Euro geplant.

Unmittelbar vor der Hauptversammlung hatte Großaktionär Heinz Hermann Thiele seine Zustimmung zu dem milliardenschweren Rettungspaket signalisiert. Damit stand dem Einstieg des Staates bei der Lufthansa nichts mehr im Wege. Wegen der schwachen Beteiligung der übrigen Stimmrechtsinhaber mit einer Präsenz von 39,3 Prozent hätte Thiele mit seinem Aktienanteil von mindestens 15,5 Prozent Gelegenheit zu einer Blockade gehabt.

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission hatten am Donnerstagmorgen das Lufthansa-Rettungspaket der Bundesregierung genehmigt. Die Freigabe unterliege allerdings der Bedingung, dass die Lufthansa Verpflichtungen zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen einhielt, hieß es von der Behörde am Donnerstag. Zu diesen zählt, dass die Lufthansa Start- und Landerechte in Frankfurt und München abgeben muss.

Notwendig sind die Hilfen für die Lufthansa, weil die Corona-Pandemie die Geschäfte des Unternehmens mit Ausnahme der Fracht nahezu zum Erliegen gebracht hat. Zehntausende Arbeitsplätze sind deswegen bedroht – in Deutschland allein 11.000 Stellen.