Berlin - Die Bundesregierung hatte sich Eile verordnet. Von „einer zügigen Entwicklung eines attraktiven standardisierten Riester-Produkts“ war die Rede. Zumindest steht es so im schwarz-roten Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2018. Große Pläne also, die Union und SPD mit der privaten Altersvorsorge hatten. Passiert ist seitdem jedoch: nichts. Dabei mahnen Fachleute schon seit Jahren Reformbedarf an. „Der Handlungsdruck ist groß“, sagt Dorothea Mohn, Finanzmarktexpertin beim Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Zu teuer, zu unflexibel, zu renditeschwach. Die Liste der Vorwürfe gegen die Riester-Rente ist lang. Dabei wurde sie zu Beginn der Nullerjahre als vermeintlich innovatives Produkt aus dem Boden gestampft, um das absinkende Rentenniveau auszugleichen. Rund 16 Millionen Riester-Verträge zählt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aktuell. Seit Jahren allerdings stagniert ihre Zahl oder ist sogar leicht rückläufig. Ein genauerer Blick in die Statistik zeigt, dass jeder fünfte Vertrag überhaupt nicht mehr bespart wird. Er ruht. Damit entfällt auch die staatliche Zulage – also eben jener Bonus, der Riester attraktiv machen sollte.

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