Wer in Rangun (Myanmar) eine Villa oder ein Warenhaus in Lagos (Nigeria) sucht, wird immer häufiger auf eine Immobilienplattform aus Berlin zurückgreifen. Berlins größte Online-Firma Rocket Internet, die unter anderem hinter dem Online-Schuhhandel Zalando steckt, hat am Dienstag bekanntgegeben, in zwölf Ländern auf drei Kontinenten Immobilienportale unter der Marke Lamudi an den Start zu bringen. Dazu gehören unter anderem Kolumbien, Kenia, Mexiko, Marokko, Myanmar, Nigeria, Saudi Arabien und Tunesien.

In den kommenden Wochen sollen weitere Länder folgen, kündigte ein Rocket-Sprecher an. Ziel der Expansion sei nicht weniger als durch die Eroberung der Märkte in den Schwellenländern die globale Marktführerschaft im Immobilienbereich zu erzielen.

Das Vorgehen ist typisch für die Firma der Samwer-Brüder. Rocket Internet ist darauf spezialisiert, funktionierende  Online-Geschäftsmodelle zu imitieren. Zalando ist beispielsweise eine Kopie des US-Unternehmens Zappos. Das Lamudi-Geschäftsmodell entspricht dem von Portalen wie Immobilienscout24. Das Unternehmen sei natürlich ein Vorbild, heißt es bei Rocket. Bereits in den vergangenen fünf Monaten hatte Rocket Internet unter verschiedenen Namen Immobilienportale gegründet – darunter Vamido (Nigeria), Ubilista (Mexiko) und Zamudi (Asien).

Nach Angaben von Rocket Internet sollen einige der Immobilienportale innerhalb dieser kurzen Zeit schon die Marktführerschaft errungen haben. Sie agieren nun unter der Marke Lamudi. In Berlin kümmern sich  rund  30 Mitarbeiter um Suchmaschinenoptimierung, Online-Marketing und andere Bereiche der Immobilienportale, parallel werden Strukturen vor Ort aufgebaut.