Tiefpumpen für Rohöl. (Symbolbild)
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MinskRussland hat seine Öllieferungen nach Weißrussland angesichts der noch ergebnislosen Verhandlungen über einen neuen Vertrag gestoppt. Das teilte der weißrussische staatliche Ölkonzern Belneftechim am Freitag in Minsk der Staatsagentur Belta zufolge mit. 

Die zwei Raffinerien des Landes würden von Russland nur noch mit dem „technischen Minimum“ beliefert. Es werde aber daran gearbeitet, die Lieferverträge für Januar noch abzuschließen.

Verhandlungen über Preis gestalten sich schwierig

Das Vorgängerabkommen war am 31. Dezember ausgelaufen. Es regelt Preise und Mengen sowie Durchleitungsgebühren. Die Präsidenten beider Länder, Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin, hatten mehrfach über ein neues Abkommen verhandelt, jedoch ohne Ergebnis.

Das Land will nach eigenen Angaben in diesem Jahr 24 bis 25 Millionen Tonnen Öl von seinem Nachbarn kaufen. Streitpunkt dabei war etwa der Preis für die Lieferungen. Einigen konnten sich beide Länder vor Beginn des neuen Jahres über den Gastransit durch Weißrussland.

Schwieriger gestalteten sich dagegen die Verhandlungen über den Preis für Gas-Lieferungen in die Ex-Sowjetrepublik selbst. Moskau und Minsk einigten sich an Silvester lediglich auf einen Vertrag bis Ende Februar.

Weißrussland importiert jährlich 24 Millionen Tonnen Öl

Die Öllieferungen sind sehr wichtig für Weißrussland. Das Land importiert jährlich rund 24 Millionen Tonnen Öl aus Russland. Sechs Millionen Tonnen sind für den Eigenbedarf, der Rest fließt durch Pipelines weiter, vor allem nach Europa.

Belneftechim zufolge reichen die Vorräte in den weißrussischen Raffinerien noch bis Mitte des Monats. Auch an den Tankstellen würden keine Engpässe erwartet. Lukaschenko hatte zuletzt mehrfach mit Kremlchef Wladimir Putin über Energielieferungen gesprochen.

Wichtigste Pipeline ist die „Druschba“, die Öl aus Westrussland über Weißrussland und die Ukraine nach Polen, Deutschland und in weitere Länder bringt. Der Sprecher des russischen Pipelinebetreibers Transneft versicherte am Freitag, das Öl fließe auch weiterhin durch die weißrussischen Pipelines Richtung Europa.