Pétrola - „Mit Waschlauge geht das wieder weg, oder mit Zitrone“, sagt Sabina Rodríguez. Sie hat gelbe Finger und einen blauvioletten Daumen. Seit einer halben Stunde zupft sie Safranfäden. Sie tut es so präzise und beiläufig, wie alte Damen stricken. „Das entspannt“, sagt sie, und man glaubt es ihr. Sie greift die Blüte an deren Boden mit Daumen und Zeigefinder, schnippt mit einer winzigen Geste der anderen Hand die Blütenblätter auseinander und zieht den roten, dreifädigen Griffel heraus. Einen nach dem anderen. Hunderte. Tausende. Lächelnd. Konzentriert. Links sammeln sich die leeren Blüten. Rechts die zarten Safranfäden, gehäuft zu einem kleinen luftigen Kissen. Das ist der Rohstoff, wertvoll wie ein Edelmetall. Er muss noch getrocknet werden. Und dann verkauft, für 12 Euro das Gramm im Supermarkt, fast dreimal so teuer wie Silber.

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