Die Dakota Pipeline.
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Ein US-Bundesgericht hat einer Beschwerde amerikanischer Ureinwohner recht gegeben und vorerst den Stopp des Betriebs einer umstrittenen Öl-Pipeline angeordnet. Die Pipeline Dakota Access müsse wegen Umweltbedenken innerhalb eines Monats geleert und der Betrieb eingestellt werden, erklärte Richter James Boasberg am Montag. Nun soll es eine neue Studie zu den möglichen Folgen der Pipeline für die Umwelt geben, insbesondere mit Blick auf eine Querung des Flusses Missouri im Bundesstaat South Dakota.

Der Stamm der Standing Rock Sioux wehrt sich seit Jahren gegen die Pipeline. Der frühere Präsident Barack Obama ordnete die Einstellung der Bauarbeiten an, sein Nachfolger Donald Trump hingegen setzt sich für die Fertigstellung ein. Die unter der Erde verlegte und knapp 1900 Kilometer lange Pipeline bringt Öl aus der Fracking-Förderung im Bundesstaat North Dakota nach Illinois. Die Röhre verläuft entlang eines Reservats der Ureinwohner, weswegen diese und Umweltschützer Wasserverunreinigungen und die Beeinträchtigung heiliger Stätten befürchten.

Unabhängig davon hatten die Energiekonzerne Dominion und Duke am Sonntag erklärt, ihre geplante Atlantic Coast Pipeline wegen der Verzögerung durch Rechtsstreitigkeiten und der zunehmenden Kosten nicht mehr zu bauen. Die Kosten für die knapp 1000 Kilometer lange Erdgas-Pipeline, die von West Virginia nach North Carolina führen sollte, seien inzwischen auf rund acht Milliarden US-Dollar angestiegen, hieß es zur Begründung weiter. Zudem waren die Öl- und Gaspreise zuletzt deutlich gefallen.