Den großen Schnitt hat Schlecker gemacht: Am Montag mussten sich 10.000 gekündigte Beschäftigte arbeitslos melden.

Mehr als 2.200 Filialen der Drogeriemarktkette wurden zuvor geschlossen. Mit den restlichen rund 14.000 Mitarbeitern will Schlecker nun in die Zukunft starten. Doch kommt es so, wie der Handelsforscher Jörg Funder von der Hochschule Worms erwartet, wird das eine Bruchlandung.

„Ich glaube nicht, dass das Unternehmen überleben wird“, sagte er der Frankfurter Rundschau. Es sei nicht zu erwarten, dass die verbliebenen Filialen nachhaltig profitabel sein werden. Kosten ließen sich kaum einsparen und neuen Umsatz könne man auch nicht herbeizaubern.

Der Name Schlecker ist beschädigt"

„Der Name Schlecker ist beim Kunden beschädigt“, sagte Funder. „Er steht für kein Leistungsversprechen. Er steht nur für billig. Aber auch das stimmt nicht mehr – und das wissen die Kunden.“ Markenprodukte waren bei Schlecker zuletzt laut der GKL Marketing-Marktforschung im Schnitt 16 Prozent teurer als bei der Konkurrenz.

Trifft die Prognose des Handelsexperten ein, wären die Mitarbeiter von Schlecker mit einem Vorschlag der Gewerkschaft Verdi schlecht beraten. Diese hat eine Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen gefordert.

„Wir können uns vorstellen, dass Tarifansprüche in eine Kapitalbeteiligung umgewandelt werden“, sagte Verhandlungsführer Bernhard Franke. In Kürze sollen Gespräche mit der Insolvenzverwaltung über tarifliche Vereinbarungen für die insolvente Drogeriekette fortgeführt werden. Die Beschäftigten würden im Gegenzug für Verzicht – etwa auf Weihnachtsgeld – zu Mitunternehmern. (mit dpa)