Ein Finanzinvestor mit zwiespältigem Ruf aus Osteuropa will offenbar die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker kaufen. Das unter anderem in Tschechien und der Slowakei tätige Unternehmen Penta Investments hat laut dem Magazin Spiegel ein unverbindliches Angebot für Schlecker eingereicht. Eine  Penta-Sprecherin sagte dazu auf Anfrage der Frankfurter Rundschau nur: „Kein Kommentar, melden Sie sich bitte nach Ostern wieder.“ Eine Bestätigung klingt anders, ein Dementi allerdings auch.

Positiv ist aus Sicht der Schlecker-Mitarbeiter: Penta will laut Spiegel keine weiteren Filialen schließen und die verbliebenen Stellen erhalten.  Dafür will Penta bei Schlecker aber auch allein das Sagen haben: Den Kindern des Firmengründers, Meike und Lars Schlecker, will der Investor dem Bericht zufolge nur eine symbolische Beteiligung zubilligen. 

Über den möglichen Kaufpreis, wurde nichts bekannt. Dass Penta aber ein finanzkräftiges  Unternehmen ist, scheint gewiss: Die Firma verfügt laut eigener Webseite über ein Gesellschaftsvermögen von 3,4 Milliarden Euro. Verdi-Sprecherin Christiane Scheller äußerte sich zurückhaltend über Penta: „Wichtig ist, dass der Käufer ein langfristiges Interesse an Schlecker hat und nicht den schnellen Gewinn sucht.“ Die noch bestehenden Jobs und das Filialnetz müssten erhalten bleiben. Anfang April waren bei Schlecker 10.000 Mitarbeiter entlassen worden.  Rund 13.500 Mitarbeiter sind weiter beschäftigt.

 Penta hat sich in seiner ursprünglichen Heimat Slowakei  mit dem Sanieren unrentabler  Unternehmen wie etwa dem einstigen Staatskonzern Ostslowakische Eisenwerke  in Kosice einen Namen gemacht.  Der Name Penta ist vom griechischen Wort „Fünf“ abgeleitet, weil die Gruppe von fünf Freunden gegründet wurde.

Doch Pentas Image ist nicht das beste: Bei seinen Aktivitäten  soll der Investor dafür bekannt sein, geschickt  Gesetzeslücken  zu eigenen Zwecken ausgenutzt haben.  Auch lasse Penta dabei  seine engen Beziehungen zu politischen Entscheidungsträgern spielen.

Seit Beginn des Jahres ist das Unternehmen sogar in eine Affäre verwickelt, in der Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.  Im Dezember waren mutmaßliche Geheimdienstprotokolle unter dem Codenamen „Gorilla“ an die Öffentlichkeit gelangt, die Penta und eine Reihe von Spitzenpolitikern schwer belasten. Dabei geht es um Korruption und die Beeinflussung der slowakischen Wirtschaftspolitik. Penta wies bisher alle Vorwürfe  zurück.

Deutsche Interessenten an Schlecker sollen dagegen aus dem Rennen sein.  Die als aussichtsreicher Kandidat gehandelte Düsseldorfer Droege-Gruppe sei nicht mehr in der engeren Auswahl, weil sie ein zu geringeres Angebot abgegeben habe, meldeten die Stuttgarter Nachrichten.