Handschuhe auf einer Werkbank.
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BerlinDie Corona-Krise trifft jeden - auch und besonders in finanzieller Hinsicht. Von der Bundesregierung sind diverse Soforthilfen bereitgestellt worden. Doch damit ist nicht jedem geholfen. Deshalb unterstützt nun der Berliner Senat mittelständische Unternehmen, die keinen Zugang zu Krediten der KfW oder anderen Bundesprogrammen haben. 

„Die Folgen der Pandemie trifft die Berliner Unternehmen deutlich, einige Branchen, wie die Tourismusbranche, besonders stark. Für den Berliner Mittelstand setzen wir ein neues Programm auf, wir lassen als Land unsere Unternehmen nicht allein. Dort, wo Bundeshilfen nicht greifen, werden wir tätig“, erklärt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wer wird gefördert?

Die Soforthilfe V können kleine und mittlere Unternehmen mit mehr als 10 und bis zu 100 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) beantragen. Voraussetzung ist außerdem eine Betriebsstätte beziehungsweise der Sitz in Berlin und die Meldung bei einem Berliner Finanzamt. Unternehmen, die bereits vor der Corona-Krise, genauer vor Jahresbeginn 2020, in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren, sowie öffentliche Unternehmen sind von der Förderung ausgeschlossen.

Was wird gefördert?

Im Mittelpunkt der Förderung der Investitionsbank Berlin steht der KfW-Schnellkredit, der vorrangig in Anspruch genommen werden soll. Soweit dieser in Anspruch genommen werden kann, besteht die Möglichkeit, einen Tilgungszuschuss von bis zu 20 Prozent zu beantragen. Dieser kann nach 15 Monaten unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens ausgezahlt werden.

Soweit der KfW-Schnellkredit nicht in Anspruch genommen werden kann (zum Beispiel weil eine Überschuldung droht) oder soweit er belegbar nicht ausreicht, wird alternativ zum Tilgungszuschuss ein anderer Zuschuss gezahlt.

Wie hoch ist die Fördersumme?

Die Höhe der Soforthilfe beträgt bis zu 25.000 Euro. Sie orientiert sich an einem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass für die auf die Antragstellung folgenden drei Monate (für die Bereiche Gastronomie/ Hotellerie/ Tourismus den erwarteten Liquiditätsbedarf bis Ende des Jahres).

Übersteigen in den 3 Monaten ab Antragstellung aufgrund der Corona-Krise die betrieblichen Ausgaben die Einnahmen, entspricht der negative Saldo dem Liquiditätsbedarf.

Hierbei geht es insbesondere um Engpässe bei der Zahlung gewerblicher Mieten oder Pachten sowie Leasingsaufwendungen. Personalkosten oder ein Geschäftsführergehalt sind nicht abgedeckt. In begründeten Einzelfällen kann eine Soforthilfe über 25.000 Euro beantragt werden.

Was muss man tun?

Zunächst muss geprüft werden, ob das Unternehmen ein Darlehen (z.B. den KfW-Schnellkredit) in Anspruch nehmen kann. Dabei ist das Ergebnis zweitrangig, muss aber angegeben werden.

Erst danach kann mit dem Ausfüllen des Antrages auf Soforthilfe V begonnen werden. Die Anträge auf Mittel aus dem Soforthilfeprogramm V können seit Montag (18. Mai 2020) in einem ausschließlich online-basierten Antragsverfahren über die Website der Investitionsbank Berlin eingereicht werden.

Wann wird das Geld ausgezahlt?

Erste Auszahlungen sind ab dem 25. Mai 2020 zu erwarten.