Berlin - Eigentlich hatte man sich das alles ganz anders vorgestellt. Im Frühling vorigen Jahres hatte Siemens sich von seiner Energiesparte getrennt. Kurz darauf war verkündet worden, dass das neue Unternehmen Siemens Energy seine Zentrale von München nach Berlin verlegen wird. Gerade sucht man noch nach einem geeigneten Standort für das neue Headquarter, von dem aus das börsennotierte Unternehmen mit seinen weltweit über 90.000 Beschäftigten geführt werden soll. Im Roten Rathaus war man darauf verdammt stolz. Es wirkte fast ein bisschen wie die Rückkehr des Siemens-Konzerns, der 1847 in Berlin gegründet wurde. Doch nun folgt auf die Euphorie Ernüchterung. Denn bei Siemens Energy soll in den nächsten Jahren etwa jeder zwölfte Job gestrichen werden, 3000 Arbeitsplätze allein in Deutschland.

Damit hat Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender der Siemens Energy AG, am Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen viele überrascht. Denn nach den neusten Zahlen gibt es keine Not. Steckte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr noch tief in den roten Zahlen und musste einen Milliardenverlust verbuchen, so verkündete Bruch für das vierte Quartal des Jahres 2020 die Rückkehr in die Gewinnzone. 99 Millionen Euro hat Siemens Energy verdient. Das avisierte Sparprogramm soll nun die Wettbewerbsfähigkeit auf dem sich rasant verändernden Energiemarkt steigern.

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