Düsseldorf - RWE rechnet mit einem weiteren Gewinnrückgang im kriselnden Stromgeschäft. „Wenn die Strompreise und die Regulierung so bleiben wie bisher, dann wird unser Ergebnis in der Stromerzeugung nicht nur 2015, sondern auch 2016 noch einmal weiter bergab gehen“, sagte Finanzchef Bernhard Günther in einem am Samstag veröffentlichten Interview der „Börsen-Zeitung“.

Es könne auch sein, dass der Energiekonzern erneut Kraftwerke stilllege. „Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Kraftwerksblöcke, die ebenfalls langfristig auf der Kippe stehen.“

Sinkende Strom-Großhandelspreise bedrohen Stromanbieter RWE und E.ON

RWE machen wie E.ON und zahlreichen Stadtwerken die sinkenden Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Diese sind durch den Ausbau des Ökostroms und der Überkapazitäten an Kraftwerken auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen.

Günther wollte in dem Interview nicht ausschließen, den Finanzmarkt noch einmal anzuzapfen. „Eine Kapitalerhöhung wäre für uns aber die letzte Option in einer Rangordnung von Maßnahmen, eine Art Ultima Ratio.“ RWE konzentriere sich derzeit auf Kostensenkungen, Effizienzsteigerungen und Verkäufe. Aus Liquiditätsgründen wäre eine Kapitalerhöhung derzeit nicht nötig. (rtr)