Die Deutschen haben 2011 privat weniger gespart als in den Vorjahren. Das Sparvolumen der Privathaushalte verringerte sich um rund zwei Milliarden Euro auf 172,6 Milliarden Euro, gab der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) am Montag in Berlin bekannt. Der Einkommenszuwachs von 3,3 Prozent sei von den privaten Haushalten für zusätzlichen Konsum verwendet worden. Angesichts der soliden Verfassung der deutschen Wirtschaft und des stabilen Arbeitsmarktes hätten die deutschen Sparer keinen Anlass gesehen, ihre Sparanstrengungen zu steigern, erklärte der BVR.

Die Sparquote – das Verhältnis von Sparsumme und verfügbarem Einkommen – fiel deshalb im vergangenen Jahr um einen halben Punkt auf 10,4 Prozent. Gleichwohl liege die Sparquote der Deutschen aber noch auf vergleichsweise hohem Niveau. In diesem Jahr dürfte die Sparquote ähnlich hoch sein, schätzte der Verband in einer aktuellen Studie anlässlich des Weltspartages am 30. Oktober.

Das Geldvermögen der Bundesbürger wuchs im vergangenen Jahr demnach um 56,8 Milliarden Euro auf 4 715 Milliarden Euro. Der Zuwachs fiel allerdings mit 1,2 Prozent niedriger aus als 2010. Vor dem Hintergrund des Kreditwachstums stiegen die Verbindlichkeiten der Bundesbürger zugleich um ein Prozent auf 1 550 Milliarden Euro.
Die Bundesbürger investierten laut BVR verstärkt in Sachvermögen und vor allem in Wohnimmobilien. Für Sachinvestitionen wendeten die privaten Haushalte in Deutschland im vergangenen Jahr insgesamt 43,2 Milliarden Euro auf und damit knapp elf Milliarden Euro mehr als 2010. (AFP)