Springer-Chef Mathias Döpfner.
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BerlinDer Axel-Springer in seiner heutigen Form könnte schon bald Geschichte sein. Erst kürzlich ist der US-Finanzinvestor KKR bei Springer eingestiegen. Nach Informationen der Berliner Zeitung könnte der Konzern in zwei Teile aufgespalten werden. Ein Bereich soll die Zeitungen „Bild“ und „Welt“ betreffen, der andere die Wachstumssparte mit den digitalen Rubrikenmärkten.

„Am Ende wird es nur noch den Unternehmensbereich Publizistik und die hoch profitablen digitalen Rubrikenmärkte geben“, sagt eine mit dem Konzernumbau vertraute Person, die wegen der Sensibilität der Materie nicht namentlich genannt werden möchte, der Berliner Zeitung: „Die publizistischen Objekte kommen in eine Stiftung, die mit KKR nichts zu tun hat. Die Rubrikenmärkte wandern in eine von den Amerikanern geführte Aktiengesellschaft mit der neugegründeten Stiftung als Juniorpartner. Die Anwälte arbeiten bereits die Verträge aus.“ Eine zweite Quelle bestätigt die Pläne. Der Springer-Verlag ließ auf Anfrage einen Sprecher erklären: „Solche Pläne gibt es nicht.“

Der Springer-Konzern fährt aktuell ein weitreichendes Personal-Abbau-Programm. Die Springer-Aktie wird von der Börse genommen. Für Beobachter ist auch der Wechsel des langjährigen Vorstands, Andreas Wiele, zu KKR ein Hinweis auf die weitere Entwicklung. Wiele gilt als Top-Experte für den digitalen Rubrikenmarkt und hat diesen zu einem hochprofitablen Bereich entwickelt.

Als Stiftungsvorstand für die Zeitungen sei der jetzige Vorstand Mathias Döpfner „gesetzt“, sagte eine Quelle der Berliner Zeitung. Die „Welt“ kämpft gegen hohe Verluste. Die „Bild“ musste in den vergangenen Jahren starke Auflagenverluste hinnehmen und konnte das traditionelle Anzeigengeschäft nicht im Internet substituieren.