Berlin - Es gibt Rekorde, die man lieber nicht aufstellt. Olaf Scholz hat einen davon geknackt. Der Bundesfinanzminister darf in diesem Jahr die Rekordkreditsumme von 240,2 Milliarden Euro aufnehmen. Am vergangenen Freitag hat der Bundestag den Weg frei gemacht für den Nachtragshaushalt mit neuen Schulden in Höhe von 60,4 Milliarden Euro. Die Schuldenbremse, lange Zeit das Symbol deutscher Sparsamkeit und Solidität, wurde dafür ausgesetzt. Scholz begründete die neuen Kredite im Plenum mit den Belastungen der Corona-Krise. Und die sind unzweifelhaft immens.

So hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erst kürzlich vorgerechnet, dass die Staatsverschuldung in Deutschland im nächsten Jahr auf 2,7 Billionen Euro anwächst. Im Jahr 2019 lag sie noch bei rund 1,9 Billionen Euro. Auch die Schuldenquote – das Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) – hat einen Sprung nach oben gemacht: von 59,6 Prozent (2019) auf 75 Prozent (2021). Die Zeiten, als Bundesfinanzminister jährlich ausgeglichene Haushalte vorlegen konnten, scheinen vorerst vorbei zu sein. Doch ist das ein Problem?

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