Berlin - Schon einmal was von Zoox gehört? Das Start-Up-Unternehmen könnte das neue Uber werden. Die US-Firma testet selbstfahrende Autos in Kalifornien. Sie könnte schon bald einen Marktwert von einer Milliarde Dollar haben. Wir erläutern, warum Zoox symptomatisch für den Boom beim autonomen Fahren ist.

Was ist über die Firma Zoox bekannt?

Das Interessanteste ist, dass die Firma zu den zwölf Unternehmen gehört, die in Kalifornien  Fahrtests mit autonomen Autos machen dürfen. Solch eine Genehmigung erteilen die dortigen Behörden nur, wenn eine Firma jede Menge technisches Know-how nachweisen kann. Deshalb erhalten eigentlich nur große Konzerne solch eine  Erlaubnis – von Google, über Volkswagen, BMW, Daimler bis Tesla und Ford.

Was genau will Zoox bauen?

Zoox arbeitet im Verborgenen. Es gibt keine offiziellen Stellungnahmen. In solchen Fällen vermuten Branchenkenner  immer gleich, dass Apple dahinterstecken könnte. In US-Blogs wird Zoox als Firma dargestellt, die Roboter-Taxi bauen will. Bekannt wurden die aktuellen Pläne, dadurch dass das Unternehmen nach Investoren sucht. Gelingt die anstehende Finanzierungsrunde, würde Zoox  mit etwa einer Milliarden Dollar bewertet. Das entspricht fast dem Wert des renommierten Autozulieferers Leoni, der immerhin im M-Dax notiert ist.

Wie stehen die Chancen für Zoox?

Das ist unklar. Im Internet gibt es Bilder von Modellen und Prototypen. Die Pläne des Managements laufen darauf hinaus, selbstfahrende Taxis zu bauen: Der Kunde bestellt das Roboter-Taxi per App und es bringt ihn fahrerlos zum Zielort. Das gleiche Konzept verfolgt langfristig auch der umstrittene Fahrdienstvermittler Uber, der inzwischen mit mehr als 60 Milliarden Dollar bewertet wird und damit auf der gleichen Stufe wie einige Dax-Schwergewichte steht.

Warum werden Fahrdienste so hoch bewertet?

Die hohen Bewertungen von Zoox oder Uber werden durch amerikanische Analysten und Investoren  aus der IT-Branche befeuert. Sie suchen immer nur eins: The next big thing – das nächste große Dinge, das gigantische Wachstumspotenziale und riesige Renditen verspricht.  Die Anleger sind davon überzeugt, dass nach dem Smartphone-Boom vernetzte Autos und autonomes Fahren das nächste große Dinge für die Branche der Informationstechnik sind.

Was spricht für diese These?

Eine sicherer Hinweis ist, dass große Autokonzerne derzeit Start-Ups wie Zoox für viel Geld übernehmen. Im März kaufte General Motors die Firma Cruise Automation, die ebenfalls eine Lizenz für Tests in Kalifornien hat.  Vorige Woche erwarb Volkswagen den Uber-Rivalen Gett für 267 Millionen Euro.

Wer ist noch aktiv?

Extrem offensiv ist auch Toyoto. Der japanische Autoriese ist vorige Woche zu einem der wichtigsten Anteilseigner von Uber geworden. Hinzu kommt, dass am Montag Spekulöationen kursieren, dass Toyota die Firma das Roboter-Unternehmen Boston Dynamics übernimmt. Es gehört seit 2013 zum Google-Imperium. Boston Dynamics gilt als eines der avanciertesten Roboterfirmen der Welt, unter anderem entwickelt es autonome Laufroboter für das US-Militär. Das Know-how der Firma könnte unter anderem auch für autonome Taxis genutzt werden.  

Was macht selbstfahrende Taxis so attraktiv?

Sie können den innerstätischen Verkehr komplett revolutionieren. Es geht um  Elektroautos mit zwei oder vier Sitzen. Sie können eine umweltfreundliche Alternative zum den eigenen Pkw werden, den öffentlichen Nahverkehr zum Teil ersetzen und zum Teil ergänzen. Zahlreiche Probleme von Städten, wie Luftverschmutzung und Lärm können damit gemildert werden. Viele Straßen könnten zurückgebaut werden. Experten rechnen aber damit, dass Roboter-Taxis frühestens in zehn Jahren fahren werden.

Welche Chancen hat Zoox im Konzert der Großen?

Die Firma ist auch deshalb interessant, weil zahlreiche renommierte Manager dort arbeiten, die zuvor bei Apple, Google oder Qualcomm, dem führenden Hersteller von Smartphone-Chips, aktiv waren. Gut möglich ist aber auch, dass Zoox demnächst von einem großen Autobauer geschluckt wird.