Das Management-Team von Joonko: Eric Lange, Carolin Gabor und Andreas Schroeter.
Foto: Joonko

BerlinÜber Vergleichsportale können sich Verbraucher einen Überblick über Tarife verschiedenster Anbieter und Branchen verschaffen – von Kfz-Versicherungen, über All-inclusive-Reisen bis hin zu Kreditangeboten. Marktführer sind neben zahlreichen anderen Mitbewerbern derzeit Check24 und Verivox. Nun will das Berliner Portal Joonko um das Team von Carolin Gabor, Andreas Schroeter und Eric Lange den Markt aufmischen und nach eigenen Angaben vieles besser machen als die Konkurrenz.

Die ist insbesondere im vergangenem Jahr in die Kritik geraten, als das Bundeskartellamt bei der Untersuchung von 150 Anbietern teils erhebliche Mängel festgestellt hat. Unter anderem würde eine voreingestellte Darstellung der Suchergebnisse die Verbraucher beeinflussen, auch seien die Provisionen, die die Portale bekommen, wenn ein Verbraucher über die Website einen Vertrag abschließt, nicht immer transparent dargestellt.

Gekaufte Ranking-Platzierung soll es nicht geben

Die Gründer von Joonko starten nun mit einem Transparenzbeirat, dem unter anderem die ehemalige Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries angehört. Für Kritik wie die des Bundeskartellamts will man so keinen Anlass bieten. Zum Konzept gehört auch, dass es keine gekauften Ranking-Platzierungen geben soll. Finanzieren will sich Joonko zwar auch über Provisionen, allerdings nicht über Einmalzahlungen bei Versicherungsabschluss, sondern über Bestandsprovisionen. Heißt: Schließt ein Verbraucher über das Portal einen Vertrag ab, zahlt der Versicherungsnehmer jährlich eine Provision an Joonko anstatt einmalig eine höhere bei Vertragsabschluss. „Wir wollen damit eine langfristige Kundenbeziehung fördern“, erklärt eine Sprecherin. Verhindert werden soll der Eindruck, man wolle einmalig hohe Provisionszahlungen abgreifen und Verbraucher jährlich zum Wechseln animieren, anstatt einen langfristig guten Tarif zu vermitteln.

„Der Ansatz des Portals klingt durchaus spannend“, sagt Sally Peters vom Institut für Finanzdienstleistungen, einem Forschungsinstitut, das die Praktiken von Vergleichsportalen in der Vergangenheit ebenfalls kritisch beleuchtet hat. „Wenn tatsächlich ausgeschlossen wird, dass Anbieter durch Mehrzahlungen gute Rankingpositionen kaufen können, ist das positiv für Verbraucher“, so Peters. Kritisch sieht sie die derzeit noch eingeschränkte Anbieterauswahl. Solange es keine umfassende Breite an Versicherungen gebe, könne das Versprechen, für jeden Nutzer den besten Tarif zu finden, im Zweifel nicht eingehalten werden.

Auch Mitbewerber wehren sich gegen das schlechte Image

Joonko befindet sich derzeit allerdings auch noch in der Beta-Phase. Noch sind nur Kfz-Versicherungen für einen Vergleich gelistet, man wolle Produktfeedback der Kunden einholen. Kommendes Jahr sollen weitere Versicherungs- und Finanzprodukte hinzukommen.

Währenddessen rüsten allerdings auch Mitbewerber auf und wehren sich gegen das schlechte Image. Verivox beispielsweise legte sich eine Selbstverpflichtung auf, die auf mehr Transparenz aus ist. Auch andere Portale geloben, nachzubessern.