münchen - Der Stellenabbau beim Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus (ehemals EADS) trifft wie befürchtet vor allem dessen Standorte in Bayern und Baden-Württemberg. Im Zentrum steht das Eurofighter-Werk Manching bei Ingolstadt, wo jeder vierte der derzeit 4000 Arbeitsplätze gestrichen wird. Die Standorte Ulm und Friedrichshafen sind zu etwa gleichen Teilen mit insgesamt rund 650 Stellen betroffen.

Genannt wurden diese Details von Gewerkschaftern und Betriebsräten, nachdem diese zuvor vom Management informiert wurden. Airbus selbst nimmt zu den Details keine Stellung, bekräftigt aber den Abbau von hierzulande rund 2600 Stellen bis 2016.

Europaweit werden demnach 5800 Arbeitsplätze vor allem in den Geschäftsbereichen Rüstung und Raumfahrt gestrichen. Die zivile Airbussparte mit ihren Passagierflugzeugen und das Geschäft mit Hubschraubern laufen dagegen glänzend. In diese Bereiche sollen auch möglichst viele der in den Problemsparten überflüssigen Mitarbeiter wechseln, so dass am Ende maximal 1450 Beschäftigten gekündigt werden muss. Die IG Metall will jedoch erreichen, dass es gar keine betriebsbedingten Kündigungen gibt. Darum wird nun gerungen.

Für den Kahlschlag gibt es zwei Gründe. Zum einen verschmilzt der Konzern seine beiden Sparten Cassidian (Rüstung) und Astrium (Raumfahrt) zur neuen Einheit Airbus Defence & Space. Zum anderen kürzen vor allem die Staaten Europas seit einiger Zeit ihre Wehretats.

Als Konsequenz gehen nicht nur viele Arbeitsplätze, sondern auch ganze Standorte verloren. Davon ist Unterschleißheim bei München betroffen. Die dortigen Mitarbeiter sollen nach Ottobrunn wechseln zum zweiten Airbus-Standort vor den Toren Münchens. Bei diesem Umzug gehen 250 der Unterschleißheimer Stellen verloren. In Ottobrunn fallen weitere 130 Arbeitsplätze weg. Auch in Bremen sollen 170 Stellen gestrichen werden.

Die jetzige Abbaurunde muss nicht die letzte ihrer Art sein. Bangen muss vor allem das jetzt ohnehin stark gebeutelte Personal in Manching. Denn der Eurofighter, der auf Exportmärkten bislang kaum zum Zug kam, ist ein Auslaufmodell. Die Bundeswehr will zudem statt ursprünglich bestellter 180 Maschinen nur noch 140 Eurofighter abnehmen. Nachfolgeaufträge sind für Manching ohnehin nicht in Sicht.