Potsdam - In Brandenburg und Sachsen sind am Mittwochmorgen die Warnstreiks in der Stahlindustrie für eine bessere Bezahlung fortgesetzt worden. Insgesamt 650 Beschäftigte legten in drei Werken in Brandenburg an der Havel, Hennigsdorf und Zeithain die Arbeit nieder, wie die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen mitteilte.

„Die Arbeitgeber sind gut beraten, ihr Angebot in der Struktur deutlich nachzubessern und eine Erhöhung der Monatslöhne anzubieten“, erklärte Birgit Dietze, Verhandlungsführerin für Stahl Ost, laut Mitteilung. Für Donnerstag wurden rund 1000 Angestellte in Brandenburg und Sachsen zu weiteren Warnstreiks aufgerufen.

Den Angaben zufolge legten gegen 5.00 Uhr rund 100 Stahlarbeiter im Mannesmannröhren-Werk in Zeithain (Landkreis Meißen) für vier Stunden die Arbeit nieder. In Hennigsdorf (Landkreis Oberhavel) traten rund 200 Angestellte der Elektrostahlwerke von 8.00 bis 10.00 Uhr in den Ausstand. In den Elektrostahlwerken in Brandenburg an der Havel beteiligten sich rund 350 Mitarbeiter an dem zweistündigen Streik, der um 9.30 Uhr startete.

Die Warnstreiks in der Ostdeutschen Stahlindustrie gehen damit in die zweite Woche. Am vergangenen Donnerstag nahmen fast 1000 Stahlarbeiterinnen und Stahlarbeiter in Brandenburg und Sachsen-Anhalt an dem Warnstreik teil.

Zwei Verhandlungsrunden hatten bislang kein Ergebnis gebracht. Die Gewerkschaft fordert in der Tarifrunde 8,2 Prozent mehr Geld für die 8000 Beschäftigten der ostdeutschen Stahlindustrie. Die Arbeitgeber hatten 2100 Euro Einmalzahlung angeboten. Die IG Metall hat dieses Angebot als völlig unzureichend zurückgewiesen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft die Verlängerung der Tarifverträge zur Altersteilzeit, zum Einsatz von Werkverträgen und zur Beschäftigungssicherung.

Die dritte Verhandlungsrunde für die ostdeutsche Eisen- und Stahlindustrie ist für den 13. Juni angesetzt.