Die Deutsche Bahn (DB) will der Lokführergewerkschaft GDL spätestens bis Mittwoch ein neues Angebot im seit gut zweieinhalb Jahren schwelenden Konflikt um einen Demografie-Tarifvertrag vorlegen. „Wir werden der GDL ein Angebot formulieren, das aus unserer Sicht Streiks unnötig macht“, sagte eine Bahnsprecherin am Montag der Berliner Zeitung.

„Unser Angebot heißt maximaler Beschäftigungsschutz bis zum Berufsende.“ Dabei gehe es nicht nur um Mitarbeiter, die aufgrund von Unfällen traumatisiert sind, sondern um alle Lokführer, auch um die rund 150 im Jahr, die aus gesundheitlichen Gründen keine Lok mehr fahren könnten. „Wir behandeln alle gleich“, so die Sprecherin. Bisher bietet die Bahn allen Mitarbeitern, deren Arbeitsplatz wegfällt, eine Weiterbeschäftigung im Konzern für mindestens 80 Prozent des bisherigen Lohns an.

Die GDL fordert eine Lizenzverlust-Versicherung für alle Lokführer, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Wer zum Beispiel durch einen Selbstmord auf den Gleisen traumatisiert ist und nicht mehr fahren kann, müsse geschützt sein. Die Versicherung soll das bisherige Nettoeinkommen der Betroffenen bis zum Ende des Berufslebens garantieren und allein von der Bahn bezahlt werden.

GDL droht weiter mit Streik

Die GDL hat der Bahn bis Mittwoch ein Ultimatum für ein neues Angebot gestellt, andernfalls drohten Streiks. GDL-Sprecherin Gerda Seibert sagte am Montag: „Sowie ein Angebot vorliegt, werden wir es prüfen und entscheiden, ob wir verhandeln.“ Reiche es nicht, stünden die Zeichen auf Streik. „Das kann dann ganz schnell gehen“, so Seibert.

Die DB beschäftigt rund 20.000 Lokführer. 2013 hatten 150 Mitarbeiter aus gesundheitlichen Gründen ihre Eignung verloren, 30 davon in Folge von traumatischen Ereignissen. „Wir lassen keinen Kollegen im Stich und kümmern uns intensiv um jeden einzelnen Lokführer“, sagte DB-Personalvorstand Ulrich Weber. 2013 waren vom Verlust von Ausschreibungen im Nahverkehr 115 Mitarbeiter betroffen. Davon entschieden sich 27, zum neuen Betreiber zu wechseln. 34 wurden innerhalb der DB vermittelt.