Die vegane Supermarktkette Veganz Retail GmbH hat Planinsolvenz angemeldet. Das berichtet das Branchenblatt "Lebensmittelzeitung". Von zehn Veganz-Filialen sollen mindestens vier wegen fehlender Nachfrage geschlossen werden. In Zukunft wolle sich der Mutterkonzern, die Veganz GmbH, noch stärker auf den Großhandel und die Gastronomie konzentrieren. Die drei Berliner Filialen sollen erhalten und sogar noch ausgebaut werden.

Veganz-Gründer Jan Bredack hält die Idee einer derart spezialisierten Kette für gescheitert, so die Lebensmittelzeitung: „Das Modell des veganen Supermarktes hat sich aufgrund des steigenden Angebots veganer Produkte im Handel überholt."

Bereits am 7. Januar schloss die Supermarktkette eine Veganz-Filiale in Frankfurt am Main. In einer Pressemitteilung heißt es, das Unternehmen restrukturiere derzeit seine Filialen, mit dem Ziel "sie als Flagship Stores zu Markenerlebniswelten umzubauen". Die Filiale in Frankfurt sei nicht groß genug und besitze nicht die Lage, um dieses neue Konzept umzusetzen.

Keine Zukunft in Frankfurt und München - Berlin aufgepeppt

Im Jahr 2015 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von etwa 23 Millionen Euro. Für 2016 habe man laut dem Manager-Magazin Erlöse von bis zu 80 Millionen Euro in Aussicht gestellt und sei später auf 59 Millionen Euro zurückgegangen.

Nachdem die Supermarkt-Aktivitäten zurückgeschraubt und saniert sind, soll es im aktuellen Jahr wieder Plus geben, so das Magazin. Während es für die Standorte in Frankfurt und München keine Zukunft gebe, sollen die profitablen Berliner Filialen in Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Friedrichshain aufgepeppt werden.

Veganz wurde im Jahr 2011 in Berlin gegründet. Die erste Filiale wurde in Prenzlauer Berg in Pankow eröffnet. (BLZ)