Leipzig - Die Mitarbeiter des Versandhändlers Amazon in Leipzig erhöhen den Druck und wollen bis Heiligabend weiter streiken. Die Mitarbeiter hätten sich für diesen Rekordausstand entschieden, um Amazon endlich zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu bewegen, sagte Verdi-Sprecher Thomas Schneider am Samstag in Leipzig. Insgesamt haben sich laut Verdi vier von acht Standorten in Deutschland für die Fortführung des Streiks bis zum 24. Dezember (15.00 Uhr) entschlossen - neben Leipzig auch die Versandzentren in Graben (Bayern), Bad Hersfeld (Hessen) und Rheinberg (NRW).

„Wir liefern pünktlich - garantiert“

Amazon versicherte, die Kunden würden von dem Rekordstreik nichts merken. „Wir liefern pünktlich - garantiert. So wie wir es die ganzen vergangenen Wochen getan haben“, erklärte eine Konzernsprecherin.

Seit Montag haben sich jeden Tag bis zu 2500 Amazon-Mitarbeiter deutschlandweit an den Streikaktionen beteiligt - allein in Leipzig waren es jeweils rund 500. „Für den Leipziger Standort haben wir unser Ziel bereits erreicht“, sagte Verdi-Sprecher Thomas Schneider am Samstag. Es sei deutlich weniger Ware in der Messestadt bearbeitet worden als in den vergangenen Jahren.

Mit Klage gegen Sonntagsarbeit bei Amazon

Verdi geht auch juristisch in die Offensive. Eine am Freitag bei den Verwaltungsgerichten Kassel und Leipzig eingereichte Klage sorge dafür, dass der Branchenriese aus den USA in Bad Hersfeld und Leipzig bis auf weiteres keine Sonntagsarbeit leisten dürfe, teilte die Gewerkschaft mit.

Verdi will bei Amazon einen Tarifvertrag zu den Konditionen des Einzelhandels erzwingen. Amazon lehnt das ab. Der Konzern sieht sich selbst als Logistiker. Die Bezahlung in den deutschen Versandlagern liege am oberen Ende dessen, was in der Logistik-Branche üblich sei. Verdi ruft seit 2013 immer wieder zu Ausständen auf. (dpa)