Berlin - Die Menschen in Deutschland fahren trotz teilweise massiver Preiserhöhungen wegen des Mindestlohns kaum weniger mit dem Taxi. „Wir sehen einen leichten Auftragsrückgang bei privaten Fahrten. Da merkt man schon, dass sich der Preis verändert hat und Kunden bewusster gucken: Wann nutze ich noch eine Taxe und wann nicht“, sagte der Präsident des Branchenverbandes BZP, Michael Müller, der Deutschen Presse-Agentur. „Im Tagesgeschäft und dort, wo man aufs Taxi angewiesen ist, spüren wir aber keinen Rückgang.“

Taxifahren um rund 10 Prozent teurer geworden

Die Branche hatte vor Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde zum Jahresstart Preisaufschläge angekündigt und vor Arbeitsplatzverlusten und massiven Kundenrückgängen gewarnt. „Wir gehen davon aus, dass inzwischen etwa 80 bis 85 Prozent der 802 Genehmigungsbereiche in Deutschland die Tarife angehoben haben“, sagte Müller. „Das bewegt sich von teilweise sehr moderaten Anpassungen von 5 oder 10 Prozent bis hin zu fast 40 Prozent.“

Für die Festlegung der Fahrpreise sind in Deutschland die kommunalen Behörden zuständig. Bereits mit dem Jahreswechsel war die Fahrt im Taxi dem Monatsbericht Mai der Deutschen Bundesbank zufolge im Bundesdurchschnitt bereits schlagartig um 5,2 Prozent teurer geworden. Nach weiteren Erhöhungen haben sich demnach die Preise um rund zehn Prozent erhöht. (dpa)