Telekom Flatrate Datenbremse: Neue Drosseltarife nach Drosselverbot

Die Deutsche Telekom will das Gerichtsverbot der umstrittenen Datenbremse für DSL-Nutzer mit neuen Tarifen umgehen. Der Konzern werde neue Angebote schnüren, bei denen die DSL-Kunden zwischen Pauschalpreisen für die Internetnutzung oder Volumentarifen wählen könnten, sagte Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme am Montag. Mit dem Schritt wolle der größte Internet-Anbieter des Landes seine Tarife übersichtlicher machen. „Wir wollen verlorenes Kundenvertrauen zurückgewinnen.“

Kunden mit Festnetz-Internettarifen mit dem Namen „Flatrate“ sollen künftig unbegrenzt surfen können, kündigte van Damme an. „Es wird in Zukunft weiterhin Flatrates geben.“ Bei den neuen Volumentarifen ließ die Telekom viele Details offen. Sie sollen günstiger sein als Flatrates mit unbegrenztem Surfvolumen, kündigte van Damme an. Telekom-Marketingchef Michael Hagspihl nannte fünf bis zehn Euro Preisunterschied als „Indikator“.

Wie viel die Tarife kosten und wann genau sie eingeführt werden sollen, teilte die Telekom nicht mit. Van Damme sagte lediglich, er rechne in den nächsten zwölf Monaten nicht mit einem Start der Volumentarife. Ursprünglich war das Jahr 2016 genannt worden. Wie viel Datenvolumen dabei inklusive sein soll und wie stark die Nutzer danach abgebremst werden sollen, blieb ebenfalls unklar.

Vor einem Monat hatte das Landgericht Köln dem Konzern verboten, die Surfgeschwindigkeit bei Internet-Pausschaltarifen - den sogenannten Flatrates - nach Überschreiten einer bestimmten Menge an übertragenen Daten zu drosseln. Mit dem Urteil gab das Gericht einer Klage der Verbraucherzentrale NRW statt. Die Telekom hatte sich damals vorbehalten, in Berufung zu gehen. Davon ist nun nicht mehr die Rede. Das Unternehmen werde gegen das Urteil nicht juristisch vorgehen, hieß es.

Die Bonner hatten im April angekündigt, ab 2016 die Geschwindigkeit von Internet-Pauschaltarifen auf bis zu zwei MBit/s zu drosseln, wenn eine bestimmte Datenmenge verbraucht wurde. Dies betrifft etwa Kunden, die sich aus dem Netz viele Filme herunterladen. Der Schritt der Telekom hat Gewicht, da das Unternehmen gut zwölf Millionen DSL-Kunden zählt. Die Pläne hatten heftige Kritik aus den Reihen der Politik und von Verbraucherschützern hervorgerufen. (Reuters, dpa)