Tesla-CEO Elon Musk.
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Grünheide/PotsdamDie Ansiedlung des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin wird beim Land Brandenburg und der Kommune als große Chance gesehen. Anwohner und Naturschützer melden aber auch Bedenken an. Tesla-Chef Elon Musk meldete sich am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter persönlich zu Wort: „Es klingt danach, dass wir einige Dinge klarstellen müssen.“

Bürger beschäftigt unter anderem die Wasserver- und -entsorgung; außerdem befürchten sie eine Gefahr für die öffentliche Trinkwasserversorgung. In den Antragsunterlagen laut Bundesimmissionsschutzgesetz hatte das Unternehmen angegeben, dass pro Stunde 372 Kubikmeter Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz benötigt werden. Allerdings werde Tesla nicht an jedem Tag so viel Wasser verbrauchen, schrieb Musk nun. „Das ist möglicherweise ein seltener Fall einer Spitzennutzung, aber nichts, was jeden Tag vorkommt.“

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Auch zu der kritisierten angekündigten Rodung von Wald äußerte sich der Firmenchef. Auf dem 300 Hektar großen Gelände gebe es keinen natürlichen Wald. Er sei zur Kartonherstellung angepflanzt worden und nur ein kleiner Teil werde für die Fabrik verwendet.

Hunderte demonstrieren für und Gegen Tesla-Ansiedlung

Damit reagierte er auf die zunehmende Kritik. Am Samstag dmonstrierten erneut hunderte Befürworter und Gegner des geplanten Werks des US-amerikanischen Elektroautobauers in Grünheide. Unter dem Motto „Gestalten statt verhindern“ seien rund 300 Bürger auf die Straße gegangen, sagte Martin Hildebrandt, einer der Organisatoren der Befürworter-Demo, auf Anfrage. Auch Gegner des Projektes versammelten sich in dem Ort zu einer Kundgebung - wie viele, war zunächst unklar.

Etwa 250 Menschen demonstrierten am Samstag den 25. Januar 2020 in der brandenburgischen Ortschaft Gruenheide gegen die geplante Ansiedlung des Automobilherstellers Tesla.
Foto: Imago Images / Christian Ditsch

Nach Polizeiangaben verlief alles ruhig. Vergangenen Samstag hatten beide Gruppen ebenfalls demonstriert und sich dabei teils gegenseitig beschimpft. Am Freitagabend hatte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) Gegnern und Befürwortern bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung Rede und Antwort gestanden.

Tesla-Gegner wehren sich gegen rechte Instrumentalisierung

Mit den Demonstrationen ist nun aber vorerst Schluss.  Damit soll Vertretern mit rechter Gesinnung keine Plattform mehr geboten werden, sagte Steffen Schorcht von der Bürgerinitative gegen das Milliardenprojekt am Samstag auf Anfrage. „Es besteht jetzt der Vorwurf, dass wir der AfD nahestehen“, sagte er. „Es gab und gibt hier jetzt massiven Druck auf Mitstreiter und auf Redner.“

Zuvor hatte die „B.Z.“ berichtet, dass die Initiative sich nicht instrumentalisieren lassen wolle, aber weiter gegen die Fabrik sei. Schorcht sagte, unter die Teilnehmer von Veranstaltungen der vergangenen zwei Wochen hätten sich offenbar Teilnehmer aus der rechten Szene gemischt. Entsprechende Vermutungen seien nun durch Videoaufnahmen bestätigt. Derzeit konzentriere sich die Bürgerinitiative auf das Verfahren zur Umweltverträglichkeit. „Da haben wir genug zu tun“, sagte Schorcht. Sicherlich würden noch andere Aktionen geplant.

Ausgleichsflächen für Rodung

Am Freitagabend hatte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Grünheide gesagt, dass Ausgleichsflächen für die Neuanpflanzungen von Wald landesweit gefunden worden. „Wo die sind, wird bekannt gegeben“, kündigte er an. Statt Kiefern- entstehe Mischwald. „Abholzungen auf dem künftigen Fabrikgelände sind auch nur deshalb möglich, weil es sich um ein ausgewiesenes Gewerbegebiet handelt“, betonte er. 

BUND: Genehmigungsbehörde muss Nein sagen können

Unterdessen haben sich vergangene Woche Vertreter von Tesla und des Brandenburger Bundes für Natur und Umwelt (Bund) getroffen. Dabei habe das Unternehmen angekündigt, die Menge auf 238 Kubikmeter zu senken, sagte Bund-Geschäftsführer Axel Kruschat auf Anfrage. Es gebe Ideen zum effektiveren Einsatz des Wassers. Derzeit werde ein hydrologisches Gutachten erarbeitet. Das Landesumwelt sei für die Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis zuständig, jedoch ohne öffentliche Beteiligung. „Wir wollen da Gebrauch vom Recht zur Akteneinsicht machen“, kündigte er an.

Geplanter Standort in Grünheide für die Giga-Factory von Tesla.
Foto: Berliner Zeitung / Markus Wächter

Auf dem 300 Hektar großen Gelände will Tesla von Sommer 2021 an jährlich zunächst 150.000 Elektroautos der Typen Model 3 und Y bauen, dann bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr. Für das Grundstück - das seit 20 Jahren als Gewerbegebiet ausgewiesen ist - soll Tesla 41 Millionen Euro zahlen.