Mit einem Holzvollernter werden Bäume  in Grünheide für das Tesla-Werk gefällt.
Foto: Jörg Carstensen/dpa

Grünheide - Der US-Elektroautobauer Tesla darf für seine geplante Gigafactory in Grünheide wieder Wald roden. Das entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Donnerstagabend und wies damit die Beschwerden des Umweltverbands Grüne Liga und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern zurück (OVG 11 S 8.20). 

Die Umweltschutzverbände hatten gegen die Rodung von 92 Hektar Kiefernwald für den Bau des Tesla-Werks Eilanträge beim Verwaltungsgericht Frankfurt Oder eingereicht. Diese wurden jedoch vergangene Woche abgewiesen. Daraufhin legte die Grüne Liga Beschwerde ein - mit einem kurzfristigen Erfolg: Auf Beschluss des OVG war daraufhin am Samstag die Rodung vorerst gestoppt worden.

Am Donnerstagabend entschied das Gericht aber nun, dass der Eingriff in die Natur durch die Abholzung eines Wirtschaftswaldes nicht so schwerwiegend sei wie die Rodung eines Naturwaldes. Zudem sei die Erlaubnis für die vorzeitige Rodung auch ohne vorliegende Genehmigung für den Bau der Fabrik entscheidungsreif gewesen, da alle für die Entscheidung nötigen Stellungnahmen vorgelegen hätten. Die Sachlage sei hinreichend absehbar gewesen, auch wenn die Beteiligungsfrist für Eingaben, die bis 5. März endet, noch nicht abgelaufen sei.

Die Grüne Liga hatte Tesla zuvor einen Vergleich angeboten. Grüne-Liga-Chef Heinz-Herwig Mascher wollte die Klage gegen die Rodung zurückziehen, wenn Tesla umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur bezahle. Der Vergleich war am Donnerstag jedoch gescheitert.

Die Grüne Liga zeigte sich enttäuscht. Anwalt Dirk Teßmer sagte: „Wir waren optimistisch, dass es anders ausgeht.“ 

Tesla will in einem ersten Anlauf bis Ende Februar knapp 92 Hektar des insgesamt rund 155 Hektar großen Waldgrundstücks in Grünheide (Oder-Spree) gerodet werden. Der Rest soll erst abgeholzt werden, wenn die Brutsaison im Herbst vorüber ist. Tesla will 2021 in Grünheide mit der Produktion von rund 500.000 Elektrofahrzeuge im Jahr beginnen.