Das Mercedes-Logo.
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BerlinFür die deutschen Autobauer hat sich mit den Plänen von Elon Musk, bei Berlin eine Giga-Fabrik von Tesla aufzubauen, neue, direkte Konkurrenz im Elektrofahrzeug-Markt angekündigt. Wie sie darauf reagieren, lassen die Autobauer selbst zum jetzigen Zeitpunkt aber noch offen. Daimler und BMW wollen die Pläne des Konkurrenten aus den USA auf Anfrage nicht kommentieren. Man äußere sich generell nicht zu Ankündigungen anderer Unternehmen, heißt es von BMW aus München. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von VW, sagte am Dienstagabend bei der Veranstaltung das „Goldene Lenkrad“: Der Plan von Musk sei nichts „weswegen wir uns fürchten würden“. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt die Entscheidung von Tesla.

„Die Ankündigung von Elon Musk zeigt, wie wichtig der Automobilstandort Deutschland für den Hochlauf der Elektromobilität in Europa ist“, sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes am Mittwoch. „Sollten die Pläne in einigen Jahren umgesetzt werden, bedeutet dies einen weiteren Schub für die Elektromobilität.“ Eine Ansiedlung von Tesla in Deutschland stärke außerdem den Automobilstandort Deutschland.

Der Automanager von VW, Herbert Diess, war bereits am Dienstagabend bei dem Event zugegen, als Musk seine Pläne bekanntgab. Kurz danach wurde er von Moderatorin Barbara Schöneberger zusammen mit Elon Musk auf die Bühne gebeten, um die Pläne seines Konkurrenten aus den USA zu kommentieren. 

Wir haben einen offenen Wettbewerb gewonnen

Herbert Diess

Diess gratulierte seinem Konkurrenten aus den USA und betonte Gemeinsamkeiten: „Wir teilen eine Vision“, so Diess. Und zwar die, mit Elektroautos die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. „Ich danke dir, dass du uns vorantreibst“, sagte Diess an Musk gerichtet. „Wir haben einen offenen Wettbewerb gewonnen.“ Ansonsten blieb er in seinen Aussagen zurückhaltend. 

Musk und Diess kennen sich. Man habe sich schon das eine oder andere Mal über die Zukunft des Automarkts ausgetauscht. Erst im August gab es Gerüchte über ein mögliches Interesse des Volkswagen-Chefs, bei Tesla einzusteigen. Dies wurde konzernseitig jedoch umgehend dementiert.

VW selbst hat Freitag vergangene Woche seine Produktion von Batteriesystemen für Elektroautos gestartet. In Braunschweig eröffnete der Autobauer die erste von zwei Fertigungslinien. Über 300 Millionen Euro steckte das Unternehmen in den Neubau. In dem Werk sollen laut Volkswagen bis zu 500.000 Batteriesysteme pro Jahr für verschiedene Marken hergestellt werden. In Salzgitter läuft außerdem bereits eine Pilotanlage zur eigenen Batteriezellenfertigung. Die Elektro-Strategie ist also auch bei Volkswagen in vollem Gange.

Tesla ist ein miliardenschwerer Konkurrent

Doch mit Tesla könnte sich nun neben anderen Autobauern ein weiterer milliardenschwerer Konkurrent in Deutschland etablieren. Am Abend aber jedenfalls gab sich der VW-Chef optimistisch: Elon Musk zeige, dass der Markt mit Elektroautos funktioniere. „Wir scheuen den Wettbewerb nicht, ganz im Gegenteil“, sagte auch VDA-Präsident Mattes: „Die deutsche Automobilindustrie ist im internationalen Wettbewerb gewachsen und hat deshalb eine Spitzenstellung eingenommen.“

Was den Autobauern hierzulande zugute kommen kann, ist, dass nach Musks Ankündigung noch ein wenig Zeit vergehen wird, bis er tatsächlich von Berlin aus produziert und in direkter Konkurrenz steht. Die Pläne müssen erst einmal verwirklicht und die Fabrik erst einmal gebaut werden. Auch wenn Elon Musk am Dienstagabend, ohne konkrete Zeitpläne zu nennen, gleich vorwegschob: „Wir werden den Umzug schneller meistern als der Flughafen BER, das ist sicher.“