Das Tesla-Logo.
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Der US-Elektroautobauer Tesla verspricht laut mehreren Agenturberichten, den Betrieb seines neuen Werkes in Grünheide mit bis zu 15.000 Mitarbeitern im Schichtbetrieb durchführen zu wollen.

In einer Schicht sollen laut dpa zwischen 3000 und 3500 Beschäftigte arbeiten, vorgesehen sei ein Drei-Schicht-Betrieb pro Tag. Derzeit suche das Unternehmen noch Fachkräfte. Die dpa beruft sich auf anonyme Informationen aus Branchenkreisen. In Teslas Antrag für die umweltrechtliche Genehmigung werden unterschiedliche Angaben zur Mitarbeiterzahl pro Schicht gemacht. Dort ist auch von bis zu 12.000 direkten Arbeitsplätzen die Rede, darunter etliche Ausbildungsplätze.

Eine genaue Zahl ist schwer festzumachen. Tesla hat in der Vergangenheit immer hohe Beschäftigtenzahlen versprochen, um behördliche Genehmigungen zu erhalten. Jeder der Beschäftigten bei Tesla erhält in irgendeiner Form eine Bezahlung, die mit dem Aktienkurs in Verbindung steht. Wegen solcher Optionen auf Anteile kann der Job bei Tesla für Ingenieure und Facharbeiter sehr attraktiv sein. Der Preis der Aktie ist allein im vergangenen Jahr um 200 Prozent gestiegen. Viele Mitarbeiter sind dadurch Millionäre geworden. (Der Wert des Aktienpakets von Tesla-Chef Elon Musk beträgt zurzeit etwa 46 Milliarden Dollar.) Allerdings mussten viele Mitarbeiter wegen Corona Gehaltskürzungen hinnehmen. Der Fachblog Electrek.co beklagt, dass die Aktie in der Vergangenheit nicht mehr so stark gestiegen sei, dass das Versprechen auf Optionen die Gehaltsverluste kompensieren könne. Das zweite Problem ist, dass Tesla seinen Investoren ein enormes Versprechen auf Erfolg vorgelegt hat. Sollte dieses nicht eingelöst werden können, sind auch die Optionen kein guter Deal, insbesondere für Mitarbeiter, die neu einsteigen.

In Deutschland dürfte Tesla aktuell auch deshalb auf gute Stimmung aus sein, weil die komplette umweltrechtliche Genehmigung für den Bau des Werks in Grünheide noch aussteht. Tesla hat bereits einen Teil der Fläche gerodet und bereitet den Bau vor, doch es gibt massive ökologische Bedenken. Es liegen bereits über 300 Einwände bei den Umweltbehörden vor.  Der Sprecher der „Bürgerinitiative gegen Gigafactory Grünheide“, Frank Gersdorf, sagte laut dpa: „Das ganze Projekt hat einen falschen Standort: Wasserschutzgebiet, Trinkwasserschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet – inmitten einer bisher intakten Natur.“

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