Bei der Präsentation des Elektro-Pickups barsten angeblich bruchsichere Scheiben. Tesla-Cehf Elon Musk gab sich daraufhin kleinlaut. 
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Los AngelesKreuzung zwischen Panzer und Tarnkappenbomber: In einer fulminanten Bühnenshow hat Tesla-Chef Elon Musk in Kalifornien einen elektrischen Pickup präsentiert, den „Cybertruck“. Bei der Präsentation gingen jedoch zwei angeblich bruchsichere Scheiben kaputt, sie hielten trotz anderslautender Ankündigungen von Musk einer Stahlkugel nicht stand.

Der Tesla-Chef, sichtlich aus dem Konzept gebracht, setzte die Vorstellung im Entwicklungszentrum in Hawthorne dann vor dem Wagen mit zerborstenem Glas fort. Das Auto „gleicht nichts sonst“, sagte Musk bei der Bühnenshow am Donnerstag - und machte damit dem Ruf des Elektroautobauers alle Ehre, aufwändig und ausgefallen designte Fahrzeuge bauen.

Glasscheiben des Elektro-Pickups barsten nach Stahlkugel-Wurf

Der Cybertruck ist aus dem rostfreien Stahl, den Musk auch für seine Space-X-Raketen verwenden will. „Das ist eine ultra-widerstandsfähige Legierung, die wir entwickelt haben.“ Musk präsentierte ein Video, in dem der Cybertruck Schüssen aus einer Neun-Millimeter-Waffe standhält, er ließ auch Mitarbeiter mit einem Vorschlaghammer auf den Wagen los. Als jedoch ein Assistent live auf der Bühne eine Stahlkugel auf die Scheiben warf, klappte das weniger gut - bei beiden Würfen ließ die Kugel das Glas bersten. „Das war vielleicht doch ein bisschen zu doll“, sagte Musk etwas kleinlaut - wenigstens sei die Kugel aber nicht durchgeschlagen.

Elektrischer Pickup ist leistungsstark

In dem Pickup sollen sechs Leute Platz haben, zudem soll das Auto mehr als 1,5 Tonnen Fracht transportieren und Gewichte von sieben Tonnen ziehen können. Das Auto soll in drei Varianten mit verschiedenen Reichweiten auf den Markt kommen, das günstigste mit einer Reichweite von 400 Kilometern soll 39.900 Dollar (36.000 Euro) kosten. Eine Reichweite von 800 Kilometern ist dann etwa für knapp 70.000 Dollar zu haben. Wie alle Elektroautos hat auch der Pickup eine enorme Beschleunigung von null auf hundert Kilometer pro Stunde in nur drei Sekunden

Design des elektrischen Pickuptrucks von Filmklassiker „Balde Runner“ inspiriert

Wann der Cybertruck auf den Markt kommt, ist noch unklar. Experten gehen allerdings davon aus, dass er frühestens ab Ende 2021 zu haben ist. Musk hatte schon länger angekündigt, dass der elektrische Pickup weniger als 50.000 Dollar kosten solle - das ist der Durchschnittspreis für einen solchen Wagen in den USA, wo die Fahrzeuge sehr beliebt sind. Das Design sei inspiriert vom Film „Blade Runner“ von Ridley Scott von 1982, der im November 2019 spielt, hatte Musk gesagt.

Auf Twitter verglich er das Auto auch mit dem berühmten Amphibienfahrzeug von James Bond, dem Lotus Esprit, aus dem Film „Der Spion, der mich liebte“. Dass sich der elektrische Pickup von Tesla von der Norm abhebt, werde wohl als Trumpf wahrgenommen werden, nicht als Schwäche, prognostizierte der Experte Karl Brauer von den Analyseportalen Kelley Blue Book und Autotrader. Entscheidend werde aber sein, wie autonom die Wagen dann tatsächlich nutzbar seien. Es gebe noch etwas Schlimmeres als mit leerer Batterie dazustehen - nämlich fernab jeder Zivilisation mit leerer Batterie dazustehen, wo die Pickups häufig unterwegs sind.